Sonntagsmomente: Die alten Geschichten von dem, was möglich bleibt…

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Macht, Menschen, Widerspruch – alte Geschichten und andere Möglichkeiten

Manchmal finden die Dinge und Gedanken seltsam zueinander: An einem Tag, als die Medien sich mit Schreckensmeldungen überschlugen über die gefährlichen Machtfantasien der Herren Trump und Höcke, dass einem in der Wiederholung der unsäglichen Aussagen fast die Fantasie abhanden kommen konnte für andere Geschichten – da landete auf meinem Schreibtisch ein Buch zur Rezension, das mir mit seinem sperrigen Titel “Christsein im Imperium” erstmal wenig Freude verheißen mochte. Zu groß und machtvoll schienen mir die Worte, um von einer “anderen Welt” zu träumen, wie es der Untertitel andeutet.

Der Blick ins Buch offenbarte dann aber schnell: Die Autorin Renate Wind wählt ihre Worte mit Bedacht statt mit Macht – und weiß um die andere Wirkung jener Geschichten aus biblischen Überlieferungen, die so alt sind, dass sie bereits eine lange und widerständige Geschichte mit herrschenden und vergehenden Imperien überlebt haben. Weiterlesen

Menschliche Stimmen statt mediale Stimmungen: einander zuhören und ermutigen

Viele Menschen sind nach Deutschland geflohen, weil sie hier auf eine demokratische Verfassung hoffen, die ihre Menschenrechte und Menschenwürde wahrt und Menschen vor Verfolgung, Diskriminierung und staatlicher Willkür schützt. Daraus ergibt sich eine gegenseitige Achtung und Verantwortung, die immer noch viel zu oft als einseitige Bringschuld „uns“ gegenüber missverstanden wird. Denn wir haben uns im Alltag nicht weniger dieser Verantwortung zu stellen, erleben unser eigenes Scheitern und dürfen nicht kleinreden, wie leicht Menschenrecht und Menschenwürde im Dschungel bürokratischer Hürden aufs Spiel gesetzt werden. Auch wir sind dabei oft auf Ermutigung angewiesen – durch Menschen, die mit ihrem Mut zu uns gekommen sind.

Blickwechsel auf Augenhöhe: Was bewegt mich – was bewegt dich?

Was wir als gemeinsame Verantwortung im Sinne eines menschenwürdigen Miteinanders jeden Tag neu üben können, ist eine Kultur des gegenseitigen Zuhörens und des Dialogs was-mich-bewegtauf Augenhöhe. Dazu gehören Respekt, Feingefühl und Achtung vor dem, was Menschen mitbringen und einbringen in unser Leben: ihre Erinnerungen, ihre Lebensleistungen und enormen Kompetenzen, ihr Gelingen und Scheitern, ihre Ängste und Hoffnungen, ihren Glauben, ihre Sehnsucht und ihren guten Wille, etwas verändern zu können. Dazu gehört ebenso, dass wir visionäre und ermutigende Ideen und konkrete Handlungsmöglichkeiten, die wir miteinander entdecken können, nicht durch pessimistische Prognosen, Vorurteile und “schlechte Erfahrungen” schmälern und abhängig machen von wechselnden medialen Stimmungsmachern. Weiterlesen

„Wir schlagen unseren Faden in ein Netz der Beziehungen“ oder: Freiheit in der Verbundenheit als Chance

Fäden im Netz der Beziehungen / Foto: Susanne Brandt

Fäden im Netz der Beziehungen / Foto: Susanne Brandt

Mehr als einmal habe ich mich diese Tage über die aktuellen Berichterstattungen und Kommentierungen der Medien geärgert, wenn es um die Frage ging, wie das Zusammenleben mit Geflohenen bei uns im Land weiter zu gestalten sei. Beliebt ist z.B., bei nötigen Entscheidungen und Weichenstellungen in der sogenannten „Flüchtlingsfrage“ von Herz und Verstand zu schreiben, und zwar so, als ginge es hier um alternative berechenbare „Werte“, bei denen ein Mehr des einen ein Weniger des anderen bewirken könne – als wäre „mehr Herz“ ein Indiz  für „weniger Verstand“ und folglich ließe sich mit „weniger Herz“ der Verstand vermehren!?

In eine ähnliche Richtung zielt das zweite beliebte Bild in der gegenwärtigen Presselandschaft: Da wird gern davon gesprochen, dass die „Willkommens-Party“ nun vorbei ginge und der ungemütliche Herbst im gemeinsamen Alltag Einzug hielte. Auch hier sind es vor allem die vermeintlichen Emotionen, die einer „vernünftigen“ Flüchtlingspolitik offenbar den Blick verstellt haben – so zumindest der Unterton vieler Berichte und Kommentare.

“Kultur der Menschenrechte” Weiterlesen

Stadtspaziergänge durch Hamburg – Kirchentags-Impressionen auf Seitenwegen

Kirchentag – für manche ein großes Event, ein Straßenfest der Religionen, Nationen und Generationen, ein fröhliches, mitunter auch frustrierendes Bad in der Menge, eine Tankstelle für geistige und geistliche Impulse….

Vermutlich liegt eine der Stärken dieser Laienbewegung in der Freiheit, Kirchentag immer wieder anders zu begehen – buchstäblich zu begehen bei inspirierenden Spaziergängen durch eine wunderschöne Stadt zum Beispiel!

Im Labyrinth der Themen und Treffpunkte habe ich mir in diesem Jahr drei eher stille (Seiten-)Wege gesucht, auf denen ich die Stadt und das, was sie durch ihre Menschen zu erzählen weiß, besser als bisher kennen gelernt habe…

…auf der Spur von Liedern , ihren „Eltern“ und all jenen, die sie singen (oder auch nicht)
…entlang der Elbe und mit Stationen an so manchen unentdeckten Ecken der Stadt, die was zu erzählen haben
…mit Respekt und Staunen für andere Religionen. Weiterlesen