Septembertage sind Nordseetage: Sylt im Spätsommer 2016

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Küste bei Rantum / Foto: Susanne Brandt

Septembertage sind für mich in jedem Jahr auch Nordseetage: Was 2014 als poetische Bilderreise auf Föhr zu entdecken war und 2015 mit herbstlichen Wegen an der Küste von Cuxhaven, begleitet von Ringelnatz-Gedichten, erkundet wurde, setzte sich nun 2016 mit einer spätsommerlichen Sylt-Wanderung am Roten Kliff und in der Braderuper Heide fort.

Ein Wandertipp:  Schleswig-Holstein zu Fuss_ Sylt von seiner schönsten Seite – shz.de.

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Blick von der Uwe-Düne bei Kampen / Foto: Susanne Brandt

 

 

 

 

 

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„Schwebende Zukunft“ – eine Ringelnatz-Wanderung an der Küste von Cuxhaven

Hus Kiek in de See

Hus Kiek in de See

Im „Hus Kiek in de See“ (http://www.hus-kiek-in-de-see.de/) kann man es sich gut gehen lassen – wie einst Joachim Ringelnatz: mit Blick auf See und Schiffe. So jedenfalls hat er es in seinen Erinnerungen „Als Mariner im Krieg“ (1928) beschrieben. Als kleines familiäres Hotel ist das Haus heute nicht nur jener Ort, an dem man von einigen Zimmern aus eben diesen Blick noch heute genießen kann – unmittelbar hinterm Deich und damit direkt an einem attraktiven Küstenweg gelegen, ist das Haus ein idealer Ausgangspunkt für eine ausgedehnte Wander- oder Fahrradtour, die durch wechselnde Naturräume immer am Meer entlang führt.

Und wer den literarischen „Geist“ des Hauses dabei nicht hinter den Mauern lassen möchte, kann sich von Ringelnatz-Gedichten durch diese Natur begleiten lassen.

Das Schwere lernen: narrenglücklich leben

Bei aller „Vergnüglichkeit“, die aus vielen seiner Texte spricht: Ringelnatz Leben war vor allem nach 1933 auch von bitterer Not begleitet. Als seine Bücher und Auftritte 1933 verboten wurden, verarmte er rasch, erkrankte an Tuberkolose, konnte sich aber eine ärztliche Behandlung nicht leisten.  Mit seinen  frechen Versen und anarchischen Kinderbüchern hatte er sich viele Feinde in deutsch-nationalen und völkischen Kreisen gemacht. Weiterlesen

Die „Kunst der Fuge“ im Watt – Bewegung und Philosophie in den Naturfotos von Alfred Ehrhardt

„Naturphilosoph mit der Kamera“ wurde Alfred Ehrhardt von einem Zeitgenossen genannt. Die gesetzmäßigen Strukturen der Riffelungen und Furchen an den Gestaden um Cuxhaven hatten ihn in besonderer Weise fasziniert. Von den Nationalsozialisten im April 1933 aus seinem Lehramt an der Hamburger Landeskunstschule entlassen, wirkte er von 1934-1936 in Cuxhaven als Chorleiter und Kirchenorganist – und damit in unmittelbarer Nähe zum Wattenmeer. Was er in der Bewegungskunst der Reformpädagogik und in der Musik bei Bachs „Kunst der Fuge“ bewunderte,  spiegelt sich nun fotografisch in seiner Serie vom Watt und in vielfältigen Variationen rund um das Thema Wasser, Luft und Erde. Weiterlesen

Stadtspaziergänge durch Hamburg – Kirchentags-Impressionen auf Seitenwegen

Kirchentag – für manche ein großes Event, ein Straßenfest der Religionen, Nationen und Generationen, ein fröhliches, mitunter auch frustrierendes Bad in der Menge, eine Tankstelle für geistige und geistliche Impulse….

Vermutlich liegt eine der Stärken dieser Laienbewegung in der Freiheit, Kirchentag immer wieder anders zu begehen – buchstäblich zu begehen bei inspirierenden Spaziergängen durch eine wunderschöne Stadt zum Beispiel!

Im Labyrinth der Themen und Treffpunkte habe ich mir in diesem Jahr drei eher stille (Seiten-)Wege gesucht, auf denen ich die Stadt und das, was sie durch ihre Menschen zu erzählen weiß, besser als bisher kennen gelernt habe…

…auf der Spur von Liedern , ihren „Eltern“ und all jenen, die sie singen (oder auch nicht)
…entlang der Elbe und mit Stationen an so manchen unentdeckten Ecken der Stadt, die was zu erzählen haben
…mit Respekt und Staunen für andere Religionen. Weiterlesen

Lieder entlang der Elbe von der Quelle bis Cuxhaven

Wer die Grimmershörnbucht in Cuxhaven kennt, wird sich gut vorstellen können, wie das Lied „Flieg, Möwe, flieg“ (T.: Arno Pötzsch / M.: Susanne Brandt) unter dem Eindruck der Weite, die sich hier an der Elbmündung auftut, entstanden ist. In dem frisch zur Buchmesse erschienenen Buch „Mein Herz ist eine Quelle“ bildet es den Abschluss einer rund 1000 Kilometer langen literarischen Reisebeschreibung entlang der Elbe. Einen Schwerpunkt bilden dabei die Kurzporträts von 64 Dichtern und Komponisten aus knapp fünf Jahrhunderten protestantischer Liedgeschichte, die in verschiedenen Elborten gelebt oder gewirkt haben, angefangen bei den böhmischen Brüdern und den Wittenberger Reformatoren.  Landschaft, Kultur und Geschichte haben in vielfältiger Weise Einfluss genommen auf die Entstehung und Verbreitung der Lieder – bis heute.

Sein Buch sei „ein Reisebegleiter besonderer Art“, erklärt Nommensen und lädt ein, Buch und Gesangbuch zu einer realen oder einer gedachten Reise mit auf „Entdeckertour“ zu nehmen.

Klaus-Uwe Nommensen
Mein Herz ist eine Quelle
192 Seiten, gebunden
16,90 Euro
Format 12 x 17 cm
ISBN 978-3-7859-1092-4