„Ermutigung und Motivation durch Geschichten“  –  mit Kindern nach Frieden und Gerechtigkeit fragen

Im Gespräch mit Dr. Ingolf Dietrich, Beauftragter für die Agenda 2030 im Bundesministerum für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Foto: André Wagenzik © Rat für Nachhaltige Entwicklung

Nicht mit dem Taxi nach Paris…sondern mit dem Kamishibai nach Berlin ging es Ende Januar unter dem Motto „Das weiße Blatt“. Hinter dem Motto verbirgt sich eine Idee der Büchereizentrale Schleswig-Holstein für die Erzähl- und Leseförderung der Bibliotheken im nördlichen Bundesland: Wie erfahren Kinder etwas über Frieden und Gerechtigkeit, Schätze des Lebens und ein gutes Miteinander in der Welt? Und wie können sie ihre eigenen Gedanken dazu ausdrücken? Mit Bildern und Geschichten zum Beispiel – und durch Begegnungen mit anderen Menschen, die in Bibliotheken in einem lebendigen Austausch mit Kitas, Schulen und Familien zueinander finden. Oft  kommt dabei das Kamishibai-Erzähltheater zum Einsatz:  Denn Lernen mit allen Sinnen und Erfahrungen teilen durch Begegnung, Bilder und Geschichten gelingt damit besonders gut.  Und am Anfang des kreativen Prozesses steht immer wieder ein „weiße Blatt“… Weiterlesen

Bilderbuch-Tipps: Geschichtenvielfalt weitet den Blick für Lebensvielfalt

Warum sind Büchereien so wichtig? Die nigerianische Geschichtenerzählerin  Chimamanda Ngozi Adichie würde darauf antworten: um nicht in die Gefahr einer einzigen Geschichte zu geraten. Denn für ein gelingendes Leben in Vielfalt brauchen wir eine Vielfalt an Geschichten und einen vorurteilsbewussten Umgang damit – von Anfang an! Zur Bilderbuch-Vielfalt, mit der bereits die Jüngsten eine Idee von der Vielfalt des Lebens mit all ihren Chancen und Schwierigkeiten im Zusammenleben entwickeln können, gehören zum Beispiel folgende Titel: Weiterlesen

Worte wie Wind unter den „Seelenflügeln“

 

Sigurd Kuschnerus: Koinzidenz / Foto: Susanne Brandt

„Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.“

„Weckworte“ nennt der Slam Poet Lars Ruppel Zeilen wie diese aus Eichendorffs „Mondnacht“.

Sie rühren etwas an in Menschen, lassen alte Bilder neu vor das innere Auge treten, verbinden sich mit Erinnerungen – und das nicht nur im Kopf. Der ganze Körper reagiert, wenn die Worte ihn erreichen: entspannte Gesichtszüge, strahlende Blicke, ein Lachen, wippende Füße, schwingende Arme… Weiterlesen

„Kleines Welttheater“ in der Flensburger Stadtbibliothek

Mehrsprachiges Erzählen mit Kamishibai in Flensburg, Foto: Susanne Brandt

Mehrsprachige Bildergeschichten für Kamishibai können jetzt landesweit auf Reisen gehen

Sonne, Wind und Wolken – aus den elementaren und vertrauten Dingen der Welt sind Märchen gemacht, die sich in allen Sprachen der Welt erzählen lassen. So auch am Dienstag in der Stadtbibliothek Flensburg beim Märchen von „Kater Sonne“: Maria Dolores del Pino und Eike Fischer erzählten zu farbigen Bildern im Kamishibai-Theater abwechselnd in Spanisch und Deutsch – und rund 20 Zuhörende aus verschiedenen Ländern hörten gespannt zu. Schnell wurde beim Lauschen und Schauen spürbar: Auch wenn sprachlich nicht alles verstanden wird, helfen die Bilder doch dabei, sich den Inhalt mit allen Sinnen zu erschließen. Weiterlesen

„Im Märzen der Bauer“ – Mit Bildern und Liedern an Vertrautes anknüpfen

Kamishibai für Menschen mit Demenz

Foto: BZ-SH / J. Sauerbrey

Getreidekörner durch die Finger rieseln lassen, den Duft des frischen Brotes riechen, alte Fotos aus dem bäuerlichen Alltag anschauen und vertraute Volkslieder hören und singen – es sind vor allem die Sinne, über die sich alte Menschen mit Demenz ansprechen lassen, auch dann noch, wenn verbale Kommunikation kaum mehr gelingt. „Picknick im Labyrinth“heißt deshalb ein Projekt der Büchereizentrale Schleswig-Holstein, das Ende Februar in Norderstedt an den Start gegangen ist. Es bietet – wie sollte es für Büchereien anders sein – zunächst mal Medien in sogenannten „Demenz-Boxen“zum Verleih an: Bücher, Tonträger, CD’s, Spiele und große Bildkarten, die mit dem Kamishibai-Erzähltheater zum Betrachten im kleinen Kreis einladen.

Medien ermuntern zum Ausprobieren

Foto: BZ-SH/J. Sauerbrey

Das Eigentliche aber geschieht durch das, was die Medien anregen und zum Ausprobieren vorschlagen. Praxisbücher inspirieren und ermutigen dazu, verschiedene „Spielarten“ in der Begleitung von Menschen mit Demenz zu entdecken. Ein Kochbuch erinnert an alte Rezepte, die sich gemeinsam zubereiten lassen. Lieder in Text und Ton erleichtern das gemeinsame Singen und was die großen historischen Fotos im Kamishibai-Erzähltheater an Alltagserinnerungen wecken, lässt sich mit passenden Materialien zum Tasten und Riechen gut kombinieren.

Das alles macht Menschen mit Demenz nicht weniger vergesslich oder desorientiert. Aber wer für eine Weile im Vertrauten Ruhe und Zuwendung erfährt und wohltuende Sinneserfahrungen genießt, kann in der Verwirrung Momente der Geborgenheit erleben – wie bei einem „Picknick im Labyrinth“ eben.

„Picknick im Labyrinth“ – mit Liedern von Heike Kellermann

Foto: BZ-SH/J.Sauerbrey

Die Musikerin und Dipl.-Musikpsychotherapeutin Heike Kellermann hat das bei der Auftaktveranstaltung zum Medienangebot der Büchereizentrale mit ihren Liedern, Erläuterungen und ganz besonders mit ihrer warmherzigen und erfrischenden Ausstrahlungskraft spürbar werden lassen – durch Musik, aber auch durch allerlei Hinweise auf Natur- und Materialerfahrungen, die sich mit alten Liedern verbinden lassen. Denn das ist ebenso wichtig: Wer Menschen mit Demenz im beruflichen oder privaten Kontext begleitet, wer Wege öffnen oder erleichtern möchte für gute Betreuungsangebote, entwickelt die dafür nötige Phantasie und Sensibilität nicht nur im Kopf, sondern auch durch das eigene sinnliche Erleben und Erinnern – und das ein Leben lang!

Weitere Infos zum Projekt: www.bz-sh.de

Susanne Brandt