Meine erste Liebe – eine Erinnerung zum „Tag der Buchliebhaber“

Tag der Buchliebhaber – so wird der 9. August alljährlich in aller Welt genannt und gefeiert, indem man sich einfach mal wieder Zeit und Muße für ein besonderes Buch gönnt. Ganz im Sinne von Hermann Hesse, der treffend beschrieb: „Es ist mit dem Lesen wie mit jedem anderen Genusse: Er wird stets desto tiefer und nachhaltiger sein, je inniger und liebevoller wir uns ihm hingeben.“

Ich mache aus diesem Anlass heute etwas früher Feierabend. Das mag seltsam anmuten, da ich doch im Lektorat jeden Tag von Büchern umgeben bin. Aber das hat leider nicht immer was mit Liebhaberei zu tun – eher mit Bewerten und Einordnen, mit Kalkulation und Abnahmestatistik. Letztere hat den Charme eines Liebestöters.

Am „Tag der Buchliebhaber“ geht es um etwas anderes. Ich muss es bei mir zu Hause suchen, in jenem Regal mit den „alten Schätzen“. Es geht um die „erste Liebe“, die wie jede erste Liebe etwas Irrationales, nicht Erklärbares in sich trägt. Die erste Liebe in meinem Bücherschrank heißt „Großvater Rotbart“ und wurde von Eva Scherbarth auf die Welt gebracht – ihr Erstgeborenes, wie ich später recherchieren konnte. Geburtsjahr 1968. Weiterlesen

Waldworte des Tages: Der Abend ist mein Buch

Juliabend / Foto: Susanne Brandt

Der Abend ist mein Buch. Ihm prangen
die Deckel purpurn in Damast;
ich löse seine goldnen Spangen
mit kühlen Händen, ohne Hast.

Und lese seine erste Seite,
beglückt durch den vertrauten Ton, –
und lese leiser seine zweite,
und seine dritte träum ich schon.

Rainer Maria Rilke, 1897

Medien-Tipp des Tages: Mein erstes großes Buch von der Natur

Wenn eine renommierte englische Zoologin, die auch im Poetischen sehr versiert ist und ein vielseitiger Künstler und Druckgrafiker gemeinsam über die Natur nachdenken, kann das Ergebnis überraschend sein! Nicola Davies und Mark Hearld haben zunächst einmal ihre Sinne eingesetzt, um zu jenen Worten und bildlichen Ausdrucksformen zu finden, die dieses Buch so einzigartig machen. Sie erinnern sich an das Staunen ihrer eigenen Kindheit und verstehen es, Kinder (und Erwachsene) heute neu zum Staunen zu inspirieren – nicht über sensationelle Ereignisse, sondern über die kleinen feinen Nuancen, die sich überall im Laufe der Jahreszeiten wie von allein auftun. Weiterlesen