Du und ich – eine Faltbuchidee für viele Sprachen

In den vergangenen Wochen habe ich viele Beobachtungen und Fragen an die Welt von und für Kinder gelesen. Ich habe viele Bücher angeschaut, die Kinder zum Weiterdenken anregen. Und ich habe gemerkt: Viele Themen sind auch anderswo auf der Welt bedeutsam.

Worum geht es, wenn Kinder die Welt bedenken und betrachten?

Davon erzählt dieses kleine Buch, das ganz einfach aus einem Blatt Papier gebastelt werden kann – überall und in verschiedenen Sprachen der Welt.

Der deutsche Text geht so: Du und ich Textblatt deutsch

Wenn man daraus nun ein kleines Buch falten möchte, dann kann man das Blatt mit folgender Textverteilung hier einfach als Bastelbogen ausdrucken: Du und ich – minibook_54E77070-5056-B132-FB851A1A7C2EFF1E

Eine Anleitung mit Online-Vorlage für andere Textvarianten und Übersetzungen ist hier zu finden: www.minibooks.ch


Ein bisschen schwieriger wird es, wenn man das Buch in Persisch übersetzt (Danke, liebe Shaghi, für die Hilfe!). Die einzelnen Seiten können dabei gern in einer beliebigen Reihenfolge gelesen werden. Wichtig ist allerdings: Das Titelblatt ist jetzt auf der anderen Seite und geblättert wird andersrum, von hinten nach vorne. Eine dafür passende Vorlage zum Basteln des Buches in Persisch sieht deshalb ein bisschen anders aus, nämlich so: Faltbuch Du und Ich persisch Weiterlesen

Gut aufwachsen mit Geschichten und freien Gedanken – mobile Kinderbibliotheken international

“Our mission is to create an opportunity for critical thinking where Afghan children age 18 and below can wonder, read, ask questions, be themselves and can have fun. We believe that creating a supportive and enabling environment such as Charmaghz will help our children grow to be positive and open-minded individuals.”

Mit dieser Hoffnung und Botschaft fahren Freshta Karim und ihr Team vom Bücherbus “Charmaghz” durch Kabul, um Kindern in Afghanistan mit Büchern, Freizeit- und Bildungsangeboten das zu vermitteln, was ihnen im Sinne der Kinderrechtskonvention eigentlich zusteht – und doch in so vielen Teilen der Welt nicht verwirklicht wird: Ermutigung, um Fragen zu stellen, Gelegenheiten zum Staunen und Entdecken, Freude und Lust daran, sich eine eigene Meinung zu bilden…

Different systems, different languages – but one world and one vision for children’s libraries, based on the UN children’s rights!

Zur Vertiefung: Kinderbibliotheken und Kinderrechte

Eight guidelines for children

Bildquelle: Charmaghz, Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung

Der nachhaltige Wert solcher Projekte dürfte um ein Vielfaches höher liegen als die dafür benötigten Mittel, die weitgehend durch Spenden zusammenkommen. Zwar können eine mobile Versorgung mit Büchern und Anregungen zum kritischen Fragen und Nachdenken nicht alle Lücken bei der Weiterentwicklung von Bildungs- und Kulturangeboten schließen. Auf jeden Fall aber können sie immer wieder dort vor Ort sein und Wirkung zeigen, wo sonst kaum ein anderes Angebot die Menschen erreichen, Impulse geben und Hoffnung schenken könnte. Weiterlesen

„Der Tag wird kommen…“ – Gedichte von Frauen aus Afghanistan bei „Free women writers“

Bei meinen Begegnung mit Geflüchteten aus Afghanistan ist die Situation von afghanischen Frauen immer mal wieder ein Thema. Wir tauschen dazu Erfahrungen, Hoffnungen und Gedanken aus – und wir erzählen einander von Nachrichten und Entwicklungen, die uns hier in Deutschland über die Medien oder über Erzählungen aus den Familien erreichen.

c free women writer / Cover: we are not alone

Seit einiger Zeit liefert ab und zu auch der Online-Blog von „Free women writers“ mit seinen interessanten Berichten, aber auch Gedichten und literarischen Geschichten in Englisch und Persisch interessante Impulse für unsere Gespräche. „Free women writers” – unter diesem Titel haben sich schreibende Frauen in und aus Afghanistan (die heute z.T. in den USA leben) zusammengefunden, um durch ihr Schreiben auf die Rechte der Frauen in Afghanistan und anderswo aufmerksam zu machen.

In ihren Gedichten und Geschichten thematisieren sie Gewalterfahrungen, den Schmerz unerfüllter Liebe und immer wieder den Hunger nach Bildung und Selbstbestimmung. Mit der Seite, zu der es im Netz eine persische und eine englische Version gibt, verbinden sie das Anliegen, als mutige Stimme überall auf der Welt gelesen und gehört zu werden. Weiterlesen

Zum 2. Advent: Mutige Freude – am Tag der Menschenrechte

Magnificat / S. Brandt

Der Tag der Menschenrechte fällt in die Adventszeit. In diesem Jahr mit dem 10. Dezember direkt auf den 2. Advent. Gestern habe ich mir deshalb gemeinsam mit einem Mann aus Afghanistan die Menschenrechte angeschaut, zumindest ein Teil davon, in einer vereinfachten Sprachfassung. Wir haben uns durch den sperrigen Text gearbeitet, die großen Worte im Wörterbuch nachgeschlagen, sind hängen geblieben an den vielen Fragen, die sich dabei ergeben, wieder und wieder – ein gutes Gespräch…

“…Liebeslied vom Leben”

Irgendwann haben wir uns von den großen Worten gelöst. Es spricht sich leichter mit Tätigkeitswörtern, mit dem gemeinsamen Vorrat gebräuchlicher Vokabeln, die vom Leben erzählen. Ganz konkret.

Später habe ich noch etwas andres entdeckt – mit den Verben im Sinn: vertrauen, nachdenken, aufbrechen, träumen…mittendrin eine überraschende Assoziation zu adventlichen Bildern, zu alten Texten, zum Magnificat, zu einer Freude, die es sich nicht leicht macht in dieser Zeit: Da war sie plötzlich. Und ich glaube, ich kann ihr einiges zutrauen.

Das alte Lied von der mutigen Freude
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Menschliche Stimmen statt mediale Stimmungen: einander zuhören und ermutigen

Viele Menschen sind nach Deutschland geflohen, weil sie hier auf eine demokratische Verfassung hoffen, die ihre Menschenrechte und Menschenwürde wahrt und Menschen vor Verfolgung, Diskriminierung und staatlicher Willkür schützt. Daraus ergibt sich eine gegenseitige Achtung und Verantwortung, die immer noch viel zu oft als einseitige Bringschuld „uns“ gegenüber missverstanden wird. Denn wir haben uns im Alltag nicht weniger dieser Verantwortung zu stellen, erleben unser eigenes Scheitern und dürfen nicht kleinreden, wie leicht Menschenrecht und Menschenwürde im Dschungel bürokratischer Hürden aufs Spiel gesetzt werden. Auch wir sind dabei oft auf Ermutigung angewiesen – durch Menschen, die mit ihrem Mut zu uns gekommen sind.

Blickwechsel auf Augenhöhe: Was bewegt mich – was bewegt dich?

Was wir als gemeinsame Verantwortung im Sinne eines menschenwürdigen Miteinanders jeden Tag neu üben können, ist eine Kultur des gegenseitigen Zuhörens und des Dialogs was-mich-bewegtauf Augenhöhe. Dazu gehören Respekt, Feingefühl und Achtung vor dem, was Menschen mitbringen und einbringen in unser Leben: ihre Erinnerungen, ihre Lebensleistungen und enormen Kompetenzen, ihr Gelingen und Scheitern, ihre Ängste und Hoffnungen, ihren Glauben, ihre Sehnsucht und ihren guten Wille, etwas verändern zu können. Dazu gehört ebenso, dass wir visionäre und ermutigende Ideen und konkrete Handlungsmöglichkeiten, die wir miteinander entdecken können, nicht durch pessimistische Prognosen, Vorurteile und “schlechte Erfahrungen” schmälern und abhängig machen von wechselnden medialen Stimmungsmachern. Weiterlesen