„Eine Tür geht auf“ – 20 Jahre Lied und Geschichte von Benno Bär

Eine Tür geht auf,
doch nicht so wie ich gedacht.
Eine Tür geht auf,
stilles Wunder in der Nacht.
Es verging eine Zeit,
aber jetzt ist es soweit.
Ja, nun öffnet sich hier eine Tür.

Eine Tür geht auf,
doch nicht nur für mich allein.
Eine Tür geht auf,
will für viele offen sein.
Es verging eine Zeit….

Eine Tür geht auf

20 Jahre alt ist das Lied in diesem Jahr geworden, entstanden 1997, erstmals erschienen in Verbindung mit der Geschichte von Benno Bär in dem Don Bosco Buch „Die Weihnachtsbühne“ (1999), bis heute durch verschiedene Liederbücher auch unabhängig von der Geschichte  in Gebrauch – und natürlich oft im Einsatz mit der inzwischen als Kamishibai und Mini-Bilderbuch neu herausgegebenen Fassung mit Illustrationen. Dazu lässt sich das Lied mit Spielanregungen im Downloadbereich des Verlages weiterhin als Notentext abrufen:

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Zum neuen Jahr: Mit dem Möglichkeitssinn leben lernen

Am Ende eines Jahres wird der Blick gern auf die Zukunft gerichtet. Es werden Hoffnungen thematisiert, vielleicht Prognosen gewagt – gute wie schlechte. Es werden auch Ängste geäußert, vielleicht Verunsicherungen und Stillstand beschrieben. Was gibt es zu tun? Wie kann es weitergehen?  Und worauf sollen sich Hoffnungen überhaupt richten, wenn das alte Modell vom Wachstum als Zielrichtung nicht mehr taugt?

Kinderbild vom Menschsein / GS Völlen

Solche und ähnliche Fragen beschäftigen mich in diesem Jahr nicht erst jetzt, da die stillen Tage nach Weihnachten das Nachdenken darüber vermehrt zulassen. Zukunftsperspektiven in Verbindung mit Fragen nachhaltiger Entwicklung waren seit Sommer 2017 ein (nicht nur) berufliches Schwerpunktthema für mich, durchaus von gemischten Gefühlen begleitet. Nicht unproblematisch ist das Thema für mich deshalb, weil es zu meinen Aufgaben gehört, Perspektiven einer Bildung für nachhaltige Entwicklung speziell für Kinder zu entwickeln. Da aber halte ich es gern mit Janusz Korczak, dem das „Recht des Kindes auf den heutigen Tag“ wichtig ist – was nach meinem Verständnis nicht vorrangig heißen kann, das kindliche Denken und Lernen auf eine Zukunft zu lenken, von der heute niemand sicher sagen kann, wie diese in vielleicht 20 Jahren aussehen wird. Was also brauchen Kinder heute, um daraus Ermutigung und Vertrauen fürs Leben zu schöpfen? Weiterlesen

Zum 4. Advent: „Und das habt zum Zeichen…“

Aufbruch, mutige Freude, Zeit für Geschichten – mit jeder Adventswoche habe ich in diesem Jahr versucht, dem Besonderen dieser Zeit auf die Spur zu kommen. Was mir dabei geholfen hat: mit verfeinerter Aufmerksamkeit durch die Stadt gehen, besser zuhören, wenn Menschen erzählen, sich einfach mal Zeit lassen, um über das Entdeckte nachzudenken…

Flensburger Altstadt, Foto: Susanne Brandt

Nun – vor dem 4. Advent – ein viertes Stichwort, das mir dabei wichtig geworden ist: Zeichen

Wer morgen die Weihnachtsgeschichte nach Lukas liest oder hört, wird auch die Botschaft des Engels wieder hören: „Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.“  Was also anfangen mit solchen und vielen anderen Zeichen, die uns in unzähligen Zusammenhängen des Alltags, vor allem aber auch in religiös geprägten Zeiten begegnen?

Zeichen wollen etwas ausdrücken, tragen damit Chance und Gefährdung zugleich in sich: Sie erinnern und sie werden missbraucht und umgedeutet, verflacht und benutzt für Zwecke, die das Zeichen von seiner ursprünglichen Bedeutung lösen und so vielleicht irreparabel schädigen. Das lässt sich nicht immer verhindern. Das lässt sich wahrnehmen, bedenken und kritisch hinterfragen, wenn wir Zeichen sehen und nutzen. Es gibt nicht nur gute Zeichen. Es gibt auch Zeichen, die Menschen verletzen, erniedrigen, ausgrenzen. Zeichen zu deuten und zu verwenden heißt also immer auch: sich seiner Verantwortung bewusst zu sein bei dem, was durch Zeichen zum Ausdruck gebracht und weitergegeben wird. Weiterlesen

Zum 3. Advent: Zeit für Geschichten –  die Magie der 12 Rauhnächte in Bildern und Legenden

Legenden um die Heilige Nacht, aus: Die Heilige Nacht

Die  zwölf Rauhnächte zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag (6.1.) stellen in ganz Europa ein kulturhistorisches Phänomen dar. Sie sind geprägt von vielschichtigen Überlagerungen aus altem Brauchtum und christlicher Überlieferung. Unzählige Legenden mit jeweils regionalen Variationen umkreisen und deuten das Mysterium dieser besonderen Zeit, z.B. mit Geschichten von der Geburt des Lichtes, aber auch von Gefahren, Rätseln und Unsicherheiten, die in dieser Zeit eine besondere Achtsamkeit fordern.

So bekommen z.B. die Italiener der Überlieferung nach Besuch von der Weihnachtshexe Befana, die nicht nur mit unserer Frau Holle verwandt ist, sondern auch mit der russischen Babuschka.

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Zum 2. Advent: Mutige Freude – am Tag der Menschenrechte

Magnificat / S. Brandt

Der Tag der Menschenrechte fällt in die Adventszeit. In diesem Jahr mit dem 10. Dezember direkt auf den 2. Advent. Gestern habe ich mir deshalb gemeinsam mit einem Mann aus Afghanistan die Menschenrechte angeschaut, zumindest ein Teil davon, in einer vereinfachten Sprachfassung. Wir haben uns durch den sperrigen Text gearbeitet, die großen Worte im Wörterbuch nachgeschlagen, sind hängen geblieben an den vielen Fragen, die sich dabei ergeben, wieder und wieder – ein gutes Gespräch…

„…Liebeslied vom Leben“

Irgendwann haben wir uns von den großen Worten gelöst. Es spricht sich leichter mit Tätigkeitswörtern, mit dem gemeinsamen Vorrat gebräuchlicher Vokabeln, die vom Leben erzählen. Ganz konkret.

Später habe ich noch etwas andres entdeckt – mit den Verben im Sinn: vertrauen, nachdenken, aufbrechen, träumen…mittendrin eine überraschende Assoziation zu adventlichen Bildern, zu alten Texten, zum Magnificat, zu einer Freude, die es sich nicht leicht macht in dieser Zeit: Da war sie plötzlich. Und ich glaube, ich kann ihr einiges zutrauen.

Das alte Lied von der mutigen Freude
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