Europa und das Meer: Von Angesicht zu Angesicht

Mit seiner Blogparade (Laufzeit: 20. Juni bis 25. Juli 2018) lädt das Deutsche Historische Museum anlässlich der Ausstellung „Europa und das Meer“ unter dem Hashtag ‪#DHMMeer dazu ein, in Blogbeiträgen persönliche Beziehungen zum Meer in ihrer ganzen Vielfalt zu beschreiben. Geographisch gesehen ist Europa ein maritimer Kontinent: Keiner der anderen Erdteile hat mehr Berührungspunkte mit dem Meer gemessen an Küstenlänge und Gesamtgröße. Wie also erleben wir diese Berührung mit dem Meer – und wie werden wir der Verantwortung gerecht, die sich daraus ergibt?

Mich treibt dieses Thema um: Europa und das Meer. Viele Jahre lang war das für mich mit elementaren Lebenserfahrungen verbunden. Denn ich lebe am Meer. Seit Jahrzehnten schon. Hier in Europa. In zehn europäischen Ländern bin ich bereits an der Meeresküste entlang gewandert. Unzählige Male habe ich Zeichen in den Sand gemalt, die von der nächsten Welle überspült und unkenntlich gemacht worden sind. Ein Spiel im Rhythmus der Gezeiten.

Mit diesem Gesicht aber ist es anders! Weiterlesen

Internationaler Tag der Gerechtigkeit: Wie Europa versucht, sich von menschenrechtlichen Grundsätzen freizukaufen

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Buch-Tipp: Von den tausendfachen Nuancen der Liebe

Foto: Susanne Brandt

Ich dachte schon, die Befreiungstheologie sei bei uns etwas in Vergessenheit geraten. Lange habe ich keine Neuerscheinung mehr dazu auf dem Schreibtisch gehabt. Aber jetzt: Huub Oosterhuis – der niederländische Theologe, der von Freiheit und Gerechtigkeit gleichermaßen singen und sprechen kann, der nicht trennt zwischen Poesie und Protest, zwischen Lied und Liebe in der Weise, wie wir miteinander und übereinander sprechen. Und als ich heute in seinem Buch las, dachte ich mir: Wie gut, dass in diesen Tagen der verbalen Entgleisungen in den Medien, der Relativierung von Menschenrecht und der schleichenden Gewöhnung an eine Sprache, die das Unrecht versucht zu banalisieren oder so zu versachlichen, bis es uns irgendwann vielleicht nicht mehr weh tut – wie gut, dass ein Buch uns gerade jetzt daran erinnert, dass es auch anders gehen kann. Keineswegs neu, nicht nach Aufmerksamkeit heischend, sondern einfach mit einem tiefen Vertrauen in das, was wir als Möglichkeiten in uns tragen:

„Unter Liebe verstehe ich: jene tausendfachen Nuancen von Freundlichkeit und Freundschaft, von Takt und Geduld, von bedächtigem Respekt und Erbarmen, von langer Treue und Spontanität, von Höflichkeit und Leidenschaft, von gutem Willen und Ergriffenheit, mit denen Menschen einander begegnen. Unter Liebe verstehe ich die Kraft des Denkens und der Intuition, die Weisheit und die Wissenschaft und alle Fantasie und Beharrlichkeit und allen Optimismus, mit denen die Erde aufgebaut wird, immer wieder neu, gegen alles Abreißen. Alles, was zum Guten ist, alles, was zu etwas mehr Gerechtigkeit und Frieden für etwas mehr Menschen führt, das nenne ich Liebe.“ (Huub Oosterhuis, aus: Alles für alle, Patmos Verl., 2018)
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Hooger Halligsommer: Zuneigung

Foto: Susanne Brandt

 

 

 

 

 

 

 

Sie biegen sich nicht mit den wechselnden Winden.
Ihr Gesicht im Geäst hat sich langsam geformt
und wer danach trachtet, empor zu wachsen,
höher als andere,
wird hier nicht bleiben.

Mit den Gräsern aber, den Hütern der Wurzeln,
tauschen sie zärtliche Gesten aus,
denn Zuneigung ist es, die sie hier hält.
Sonst wären sie längst schon zerbrochen.

Susanne Brandt, Notiz im Juli 2018 auf Hallig Hooge

Hinaus in die Weite – die Faszination der Meere und Ozeane in Kindersachbüchern

Mit seiner Blogparade (Laufzeit: 20. Juni bis 25. Juli 2018) lädt das Deutsche Historische Museum anlässlich der Ausstellung „Europa und das Meer“ unter dem Hashtag ‪#DHMMeer dazu ein, in Blogbeiträgen persönliche Beziehungen zum Meer in ihrer ganzen Vielfalt zu beschreiben. Geographisch gesehen ist Europa ein maritimer Kontinent: Keiner der anderen Erdteile hat mehr Berührungspunkte mit dem Meer gemessen an Küstenlänge und Gesamtgröße. Wie also erleben wir diese Berührung mit dem Meer – mittelbar oder unmittelbar? Und welche Rolle spielen Bücher vom Meer also Vermittler dabei?  #DHMMeer steht für eine kulturhistorische Betrachtung der Bedeutung des Meeres für Europa: Tourismus und Nachhaltigkeit, Ressource und Umweltverschmutzung, Handel und Expansion. Aber auch der Import von exotischen Lebensmitteln, Stoffen und Porzellan hängt eng mit dem Meer zusammen. Die Malerei, die Literatur und alle anderen Künste hat das Meer inspiriert.

Als Beitrag dazu: eine Reise über die Meere und Ozeane, wie sie uns in Kinder(sach)büchern begegnen. Und die beginnt dort wo ich lebe – in Flensburg.

Noch mehr zum Thema Meer: http://waldworte.eu/category/von-muscheln-und-meer/

Foto: Susanne Brandt

An der Flensburger Förde erzählt man sich die Sage, dass einst Dr. Faustus und Nis Puk (eine Sagengestalt aus der deutsch-dänischen Grenzregion) in einem gläsernen Unterwasser-Boot den Meeresboden der Ostsee erkundet haben, um alles, was sich dort entdecken lässt, mit Seekarten festzuhalten und zu beschreiben. Die Sage hat vermutlich ihren Ursprung in der finnischen Dr. Faust-Tradition, die von eben solchen Unterwasserexpeditionen als Vorstoß in unbekannte Welten erzählt. Entstanden ist sie weit vor der Zeit der ersten funktionstüchtigen U-Boote und verlässlichen Karten vom Meeresgrund (vgl. „Flaschenpost von Puk“, Flensburg 2014).

Was daran wie an vielen anderen fiktionalen Unterwasserphantasien deutlich wird:  Das Meer mit seinen verborgenen Tiefen war von je her eine Region der Sehnsucht und der Suche nach Erkenntnis, hat immer schon die Phantasie beflügelt und Eingang gefunden in unzählige Sagen und Mythen aller Kulturen und Religionen der Welt.

Was heißt das heute speziell für die Frage nach Themen und Typen in geographischen Sachbüchern über Meere und Ozeane für Kinder und Jugendliche? Weiterlesen