„Wir hatten Sternenaugen“. Poetische Erinnerungen an magische Momente

Cover Verlag Hanser

„Weißt du noch?“ von Zoran Drvenkar und Jutta Bauer – das ist so ein Buch, das man an seinem Schreibtisch im Büro aufschlägt und nach den ersten gelesenen Zeilen merkt: Das muss ich mir heute für den Feierabend mit nach Hause nehmen. Hier reicht es nicht, einen professionellen Lektorinnenblick ins Buch zu werfen, um es dann zügig nach den Regeln der bibliothekarischen Kunst zu bearbeiten. Dieses Buch will von der ersten bis zur letzten Zeile mit Muße gelesen werden. Und die Geschichten, die es dabei zu entdecken gibt, erzählen nicht nur von magischen Momenten – sie strahlen eine Magie aus, der man sich kaum entziehen kann.

„Weißt du noch…“ – so leiten die ersten Worte auf jeder Seite einen Blick zurück ein, zurück bis hin zu jenen Tagen, als ein Junge und ein Mädchen vor keinem Abenteuer zurückschreckten und mutig (und vor allem gemeinsam) so manche überraschende Begegnung mit Ziegen und Zwergen, Hunden und Kühen zu meistern wussten. Weiterlesen

Sonntagsmomente: Wir teilen Zeit

Aus: Die wunderbare Brootvermehrung (Brandt/Lefin), Don Bosco

Wenn Menschen sich Geschichten erzählen, dann teilen sie einander etwas mit, teilen elementare Hoffnungen und Erfahrungen, die in verschiedenen Zeiten und Kulturen unterschiedlich dargestellt und interpretiert, im Kern aber oft mit erstaunlich ähnlichen Sehnsüchten verbunden werden können. Das macht die Lebendigkeit von Geschichten aus – und so bleibt es eine Herausforderung für alle Erzählenden, lebendig damit umzugehen. Also: mit Fragen und Zweifeln, mit Versuch und Irrtum, mit Lust und Freude, mit Haltung und Offenheit im Blick auf die Menschen, mit denen Geschichten geteilt werden. Geschieht das dialogisch, „verknüpfen sich zwei gleichwertige reife Augenblicke seines und meines Lebens“ (Janusz Korczak)

Tischlied

Die Geschichte von der „wunderbaren Brotvermehrung“ zählt für mich zu solchen Geschichten: Sie vermittelt eine Grunderfahrung von Menschen und sie hat im Verlauf der Überlieferung ganz unterschiedliche Interpretationen erfahren. Wo und wie auch immer Menschen einen Zugang dazu finden: Weiterlesen

„Fremdsein“ – bildnerische und sprachliche Annäherung an ein aktuelles Thema

vivavostokGleich in zwei Regionen von Norddeutschland – in Ostfriesland und in Schleswig-Holstein – beteiligen sich Schulen und Büchereien im November 2015 an dem internationalen Begegnungsprojekt VivaVostok, das in Kooperation mit der Internationalen Jugendbibliothek München von der Robert-Bosch-Stiftung gefördert wird. Gerade in einer Zeit, da das Erleben von Flucht und Vertreibung und die Erfahrung von Fremdsein allerorts das menschliche Miteinander berührt, herausfordert und auf neue Weise bereichern kann, gewinnen künstlerische Formen der Begegnung – durch Literatur, durch Kunst oder Musik – besonders an Bedeutung.

Im ostfriesischen Westoverledingen engagieren sich die Grundschule Völlen, die Schule am Patersweg und das Schulzentrum Collhusen mit einem gemeinsamen Projekt zum Thema „Fremdsein“ im Rahmen von „VivaVostok“. Weiterlesen

Was uns verbindet – Kinderrechte und Bibliotheken binational im Blick

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Beispiel aus der gemeinsamen kreativen Arbeit im Sister Library Project zwischen Serbien und Deutschland

Nur noch wenige Tage bis zum Bibliothekartag in Nürnberg: Zwischen Pozega/Serbien und Flensburg/Deutschland gehen E-Mails hin und her. Es geht um Kinderrechte als verbindende und verbindliche Verpflichtung nahezu aller Länder der Erde. 1989 hatten die Vereinten Nationen mit dem Übereinkommen über die Rechte des Kindes erstmals ein Abkommen unterzeichnet*, das die internationale Anerkennung der Menschenrechte für Kinder festschreibt und verbindliche Mindeststandards zum Wohle der 0- bis 18jährigen definiert. Seither ist und bleibt die Konvention auch für Öffentliche Bibliotheken eine besondere Herausforderung, berührt sie doch in mehreren Punkten wesentliche Fragen der Mitbestimmung, der Bildungs- und Informationsbedürfnisse wie insgesamt des seelischen und körperlichen Wohlergehens von Kindern und Jugendlichen. Weiterlesen

Braunschweig – Sarajevo – Blackburn: Buchprojekt mit europäischer Ausstrahlung

Sonnenuhr am Braunschweiger Dom, c Helga Ewert/PIXELIO

Sonnenuhr am Braunschweiger Dom, c Helga Ewert/PIXELIO

Im Rahmen einer Orgel-Vesper wird am Sonntag, 12. April, um 17 Uhr, das „Buch der Pläne, Hoffnungen und Träume“ von den Initiatoren des gleichnamigen Projektes, Rebecca und Michael Bilkau, an Dompredigerin Cornelia Götz übergeben. Das Projekt, das im Februar 2014 in Braunschweig seinen Anfang genommen hat, geht von der Überlegung aus, dass der 1. Weltkrieg nicht nur den Verlust von Millionen von Menschenleben, sondern auch den Verlust von Millionen persönlicher Pläne, Hoffnungen und Träume und damit der gemeinsamen Entwicklung der Zukunft in Europa bedeutet hat. Mit dem Projekt wollen Rebecca und Michael Bilkau den jetzt lebenden Generationen, besonders den jungen Menschen in Deutschland und Großbritannien die Möglichkeit geben, ihre eigenen Pläne, Hoffnungen und Träume für die Zukunft in Briefen festzuhalten und so Zukunft mitzugestalten – auch im Andenken an Menschen von vor hundert Jahren, deren Hoffnungen unerfüllt blieben. Weiterlesen