Lieder in Bewegung durch Zeiten und Räume – eine europäische Begegnung von Worten und Tönen

Transformation – das meint Übergang und Umformung vor einem längeren zeitlichen Horizont. Was das für Geschichte und Praxis des Kirchenlieds bedeutet, stand als Frage bei der diesjährigen Tagung der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Hymnologie in Lögumkloster/DK im Raum.

https://hymnoconference201.wixsite.com/2017

Ein Fachpublikum aus Skandinavien und der Schweiz, aus Deutschland, Ost- und Mitteleuropa und sogar Taiwan war dazu in das dänische Tagungs- und Einkehrzentrum gereist. Weiterlesen

Sonntagsmomente: Spatzen schwatzen

aus: Brandt, Susanne: Religion entdecken mit Bildern und Geschichten

Spatzen brüten nicht nur bei uns im Garten – die jungen Spatzen entdecken hier auch die Welt, hocken beim Frühstück auf der Fensterbank vom Küchenfenster und freuen sich über all die verborgenen Plätze im dichten Gebüsch. Viele gute Gründe, den munteren Mitbewohnern mitten im Sommer mal ein Gedicht zu widmen – und ein Lied. Aber das ist schon viel älter und stammt von Don Bosco. Denn er mochte die Spatzen auch….

Manchmal hör‘ ich die Spatzen schwatzen

Manchmal hör‘ ich die Spatzen schwatzen.

Foto: Elke Riedel, www.elrie-art.de

Der Kleine
mit dem frechen Gesicht
kennt ein ziemlich freches Spatzengedicht.

Und der Große,
der so müde aussieht,
weiß ein wunderschönes Abendlied.

Das singen die beiden im Chor.

In Mondnächten,
stell‘ dir bloß vor,
tanzen die Träume
zu solchen Gesängen,
bis sie erschöpft
in den Bäumen hängen.

Dann erst,
dann sind auch die Spatzen leise
und träumen auf ihre Weise.

Susanne Brandt

Sonntagsmomente: …wie kostbar Libellen sind

Foto: Elke Riedel, aus: Was macht das Licht den ganzen Tag?

Was wäre, wenn das Blatt jetzt bricht?
Die Schöne weiß: Das tut es nicht.
Sie traut den zarten Gewächsen.

Ihr glänzender Körper
schwingt und schwebt,
wenn sich das Schilfgras
neigt oder hebt:

Wippe im Wind

Behutsam und sanft geht es zu dabei.
Die Blätter spüren,
wie kostbar Libellen sind.

Susanne Brandt

aus:

Susanne Brandt / Elke Riedel: Was macht das Licht den ganzen Tag? Die Entdeckung der Welt in sieben Fragen, ISBN 978-3-938500-08-8

Infos: http://www.alliteratus.com/pdf/wiss_nw_licht.pdf

 

Wir wohnen Wort an Wort – Tanz erzählt Geschichten von Nähe und Distanz

Wir wohnen
Wort an Wort

Sag mir
dein liebstes
Freund

meines heißt
DU

Rose Ausländer

Tanz ist eine Sprache, die nicht die Erklärung durch andere Sprachen braucht, um verstanden zu werden. Aber Akzente der gesprochenen Sprache können mit dem Tanz als Sprache in einen Dialog treten. So geschehen bei dem kürzlich in der Flensburger Campelle vorgestellten Stück „Babel“, erarbeitet als interkulturelles Tanzprojekt mit jungen Menschen aus verschiedenen Ländern unter der Leitung der Flensburger Regisseurin und Choreografin Stela Korljan.

Das oben zitierte Gedicht von Rose Ausländer „Wir wohnen Wort an Wort“ gehört dabei zu den unterschiedlichen Kurztexten – einige davon in verschiedenen Sprachen gesprochen – , die in dem Stück von Begegnungen mit sich selbst, von der Frage nach Gott und von der Kommunikation zwischen Menschen erzählen. Solche Texte deuten den Tanz nicht, aber sie deuten hier und da vielleicht etwas an, was tänzerisch aufgenommen und mehrdeutig zur Entfaltung gebracht werden kann. Weiterlesen