„Der Tag wird kommen…“ – Gedichte von Frauen aus Afghanistan bei „Free women writers“

Bei meinen Begegnung mit Geflüchteten aus Afghanistan ist die Situation von afghanischen Frauen immer mal wieder ein Thema. Wir tauschen dazu Erfahrungen, Hoffnungen und Gedanken aus – und wir erzählen einander von Nachrichten und Entwicklungen, die uns hier in Deutschland über die Medien oder über Erzählungen aus den Familien erreichen.

c free women writer / Cover: we are not alone

Seit einiger Zeit liefert ab und zu auch der Online-Blog von „Free women writers“ mit seinen interessanten Berichten, aber auch Gedichten und literarischen Geschichten in Englisch und Persisch interessante Impulse für unsere Gespräche. „Free women writers” – unter diesem Titel haben sich schreibende Frauen in und aus Afghanistan (die heute z.T. in den USA leben) zusammengefunden, um durch ihr Schreiben auf die Rechte der Frauen in Afghanistan und anderswo aufmerksam zu machen.

In ihren Gedichten und Geschichten thematisieren sie Gewalterfahrungen, den Schmerz unerfüllter Liebe und immer wieder den Hunger nach Bildung und Selbstbestimmung. Mit der Seite, zu der es im Netz eine persische und eine englische Version gibt, verbinden sie das Anliegen, als mutige Stimme überall auf der Welt gelesen und gehört zu werden. Weiterlesen

Zum “Tag der Erde”: Mit dem Staunen fängt es an…

Wie setzen sich Kinder mit der Erde auseinander – mit ihren Geheimnissen, Schätzen und Schönheiten, aber auch mit ihren Verletzungen und Gefährdungen? Und wie können sie ihre eigenen Gedanken dazu ausdrücken?

Am Anfang steht oft ein Staunen…Bilder und Geschichten können an die so geweckte Neugier anknüpfen und der Lust am Fragen weitere Impulse geben. Raum dafür bieten z.B. Bibliotheken als Orte der Begegnung, die in einem lebendigen Austausch mit Kitas, Schulen und Familien vielfältige Wege erproben und entdecken für ein Lernen mit allen Sinnen.

Um das, was das Leben auf der Erde schützt und bewahrt – Frieden, Gerechtigkeit, ein achtsamer Umgang mit Ressourcen und ein gutes Miteinander – geht es ebenso bei den 17 Zielen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. An diesem UN-Entwicklungsplan für mehr gemeinsame Verantwortung bei globalen Herausforderungen können Menschen in aller Welt mitwirken.

Nun ist die Agenda 2030 ein komplexes Vorhaben, das sich Kindern im Vor- und Grundschulalter zunächst nicht so leicht erschließt. Aber die handlungsleitenden Prinzipien, die den Kern dieser Ziele ausmachen, die stecken als Hoffnung und Gedanken in vielen Geschichten, Visionen und Bildern aller Kulturen. Und mit dieser Hoffnung können Kinder Mut und Motivation erfahren, um die Natur mit staunenden Augen zu sehen und zu schützen, um ein Gefühl zu entwickeln für Menschenwürde und um sich für Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen.

Das Interesse für diese Thematik wird bei Kindern also weniger durch komplexe Aufgabenkataloge, sondern eher durch philosophische und sinnliche, künstlerische, narrative und handlungsorientierte Erfahrungen und Entdeckungen geweckt. Entsprechend vielfältig und kreativ sind die Medien und Methoden, die dabei zum Einsatz kommen können.

In folgendem Beitrag des neuen Heftes der ZS kjl&m (Mai 2018, kopad-Verlag) wird davon erzählt:

Susanne Brandt
Worte verwandeln – Bilder beflügeln. Erzählmöglichkeiten zur nachhaltigen Entwicklung in Öffentlichen Bibliotheken entdecken und fördern

Alle Themen des neuen Heftes auf einen Blick:

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Flüchtling-Magazin: Miteinander schreiben – voneinander lernen

“Kommunikation” heißt die Skulptur, die über dieser Seite abgebildet ist. Sie steht im Nationalpark Wattenmeer, dem Wind ausgesetzt: zwei Menschen, Mann und Frau, die in unterschiedliche Richtungen schauen. Aber: Sie haben einen guten Draht zueinander, der verbindet ihre Gedanken. Hauke Jessen, ein Künstler aus Hamburg, hat das Kunstwerk geschaffen.

c Flüchtling-Magazin

Kommunikation – darum geht es auch beim Flüchtling-Magazin: Hier wird nicht über andere, sondern miteinander gesprochen und geschrieben. Menschen aus unterschiedlichen Ländern teilen einander mit, wie sie Kultur, Alltag, Religion, Integration und vieles mehr, was ihnen im Leben wichtig ist, erleben. So lernen wir miteinander!

Für mich persönlich ist es eine wertvolle Erfahrung, ehrenamtlich in dem vielfältigen Team des “Flüchtling-Magazins” als Lektorin und Autorin jeden Tag ein bisschen daran mitwirken zu können. Das bedeutet viel mehr als “Korrekturlesen”! Es geht darum, sich einzufühlen in fremde Texte mit den Gedanken, die die Schreibenden in ihren Beitrag hineingelegt haben. Oft heißt das auch: die Blickrichtung wechseln und Dinge einfach mal aus anderer Perspektive betrachten. Sich mitunter elementar berühren und bewegen, vielleicht erschüttern lassen. So wie Hauke Jessens Figuren im Wind? Weiterlesen

„Die Gefahr einer einzigen Geschichte“

c Pan y Arte

Diese Märzwoche ist eine besondere Woche: am 20. März ist „Weltgeschichtentag“ und am 21. März ist der „Welttag der Poesie“ wie auch der „Internationale Tag gegen Rassismus“. Was bedeutet das für unseren Umgang mit Sprache? Was bedeutet das für Bibliotheken und ihr Medienangebot? Hilfreicher als eine einfache Antwort auf diese schwierige Frage ist die Rede der Schriftstellerin und Geschichtenerzählerin Chimamanda Adichie über die „Gefahr einer einzigen Geschichte“.

Hier der Filmmitschnitt dazu: https://www.ted.com/talks/chimamanda_adichie_the_danger_of_a_single_story?language=de

Und hier ein Auszug der Rede in deutscher Übersetzung zum Nachlesen: https://www.nordkirche-weltweit.de/fileadmin/user_upload/zmoe/media/Presse/weltbewegt/2013_Afrika/Die_Gefahr_einer_einzigen_Geschichte.pdf

Bilderbuch-Tipps: Geschichtenvielfalt weitet den Blick für Lebensvielfalt

Zum Weiterlesen:

http://waldworte.eu/category/medien-tipps/bilderbuecher-aus-aller-welt/

http://www.bz-sh-medienvermittlung.de/?s=Kulturelle+Vielfalt

 

Waldworte des Tages: Was gehört uns?

Wanas Konst 2017, Installation von Melissa Martin “Dining Room”, Foto: Susanne Brandt

Was gehört uns?
Wir sind Gäste – eingeladen, um zu teilen.
Denn nichts auf der Welt gehört nur uns allein.

Was gehört zu uns?
Wir sind Gäste – eingeladen, um voneinander zu lernen.
Denn die Kultur, die jeden Menschen prägt,
ist Teil eines weltweiten Austausches – seit Jahrtausenden.

Was wird gehört?
Wir sind Gäste – eingeladen, um die Vielfalt der Stimmen wahrzunehmen.
Unsere gehört dazu.

Susanne Brandt