Europa und das Meer: Von Angesicht zu Angesicht

Mit seiner Blogparade im Sommer 2018 lud das Deutsche Historische Museum anlässlich der Ausstellung „Europa und das Meer“ unter dem Hashtag ‪#DHMMeer dazu ein, in Blogbeiträgen persönliche Beziehungen zum Meer in ihrer ganzen Vielfalt zu beschreiben. Geographisch gesehen ist Europa ein maritimer Kontinent: Keiner der anderen Erdteile hat mehr Berührungspunkte mit dem Meer gemessen an Küstenlänge und Gesamtgröße. Wie also erleben wir diese Berührung mit dem Meer – und wie werden wir der Verantwortung gerecht, die sich daraus ergibt?

Mich treibt dieses Thema um: Europa und das Meer. Viele Jahre lang war das für mich mit elementaren Lebenserfahrungen verbunden. Denn ich lebe am Meer. Seit Jahrzehnten schon. Hier in Europa. In zehn europäischen Ländern bin ich bereits an der Meeresküste entlang gewandert. Unzählige Male habe ich Zeichen in den Sand gemalt, die von der nächsten Welle überspült und unkenntlich gemacht worden sind. Ein Spiel im Rhythmus der Gezeiten.

Mit diesem Gesicht aber ist es anders! Weiterlesen

Internationaler Tag der Gerechtigkeit: Wie Europa versucht, sich von menschenrechtlichen Grundsätzen freizukaufen

Weiterlesen

Buch-Tipp: Von den tausendfachen Nuancen der Liebe

Foto: Susanne Brandt

Ich dachte schon, die Befreiungstheologie sei bei uns etwas in Vergessenheit geraten. Lange habe ich keine Neuerscheinung mehr dazu auf dem Schreibtisch gehabt. Aber jetzt: Huub Oosterhuis – der niederländische Theologe, der von Freiheit und Gerechtigkeit gleichermaßen singen und sprechen kann, der nicht trennt zwischen Poesie und Protest, zwischen Lied und Liebe in der Weise, wie wir miteinander und übereinander sprechen. Und als ich heute in seinem Buch las, dachte ich mir: Wie gut, dass in diesen Tagen der verbalen Entgleisungen in den Medien, der Relativierung von Menschenrecht und der schleichenden Gewöhnung an eine Sprache, die das Unrecht versucht zu banalisieren oder so zu versachlichen, bis es uns irgendwann vielleicht nicht mehr weh tut – wie gut, dass ein Buch uns gerade jetzt daran erinnert, dass es auch anders gehen kann. Keineswegs neu, nicht nach Aufmerksamkeit heischend, sondern einfach mit einem tiefen Vertrauen in das, was wir als Möglichkeiten in uns tragen:

„Unter Liebe verstehe ich: jene tausendfachen Nuancen von Freundlichkeit und Freundschaft, von Takt und Geduld, von bedächtigem Respekt und Erbarmen, von langer Treue und Spontanität, von Höflichkeit und Leidenschaft, von gutem Willen und Ergriffenheit, mit denen Menschen einander begegnen. Unter Liebe verstehe ich die Kraft des Denkens und der Intuition, die Weisheit und die Wissenschaft und alle Fantasie und Beharrlichkeit und allen Optimismus, mit denen die Erde aufgebaut wird, immer wieder neu, gegen alles Abreißen. Alles, was zum Guten ist, alles, was zu etwas mehr Gerechtigkeit und Frieden für etwas mehr Menschen führt, das nenne ich Liebe.“ (Huub Oosterhuis, aus: Alles für alle, Patmos Verl., 2018)
Weiterlesen

Hooger Halligsommer: Zuneigung

Foto: Susanne Brandt

 

 

 

 

 

 

 

Sie biegen sich nicht mit den wechselnden Winden.
Ihr Gesicht im Geäst hat sich langsam geformt
und wer danach trachtet, empor zu wachsen,
höher als andere,
wird hier nicht bleiben.

Mit den Gräsern aber, den Hütern der Wurzeln,
tauschen sie zärtliche Gesten aus,
denn Zuneigung ist es, die sie hier hält.
Sonst wären sie längst schon zerbrochen.

Susanne Brandt, Notiz im Juli 2018 auf Hallig Hooge

Hooger Halligsommer: Kein Wetter für Tauben

Foto: Susanne Brandt

Unruhige Zeiten im Juni des Jahres 2018. Das alte Bild der Arche als Zufluchtsort scheint an den Küsten Europas zu zerschellen. Und die Taube, die einst von ihrem Ausflug zum rettenden Land zurückgekehrt ist mit dem Zweig im Schnabel als Zeichen des Friedens – sie müsste heute wohl lange suchen, um landen zu dürfen. Oder: Um sich willkommen zu fühlen und Menschen zu finden, die am Meer unbeirrt Ausschau halten nach Frieden und Verbundenheit.

Mit seiner Blogparade (Laufzeit: 20. Juni bis 25. Juli 2018) lädt das Deutsche Historische Museum anlässlich der Ausstellung „Europa und das Meer“ unter dem Hashtag ‪#DHMMeer dazu ein, in Blogbeiträgen persönliche Beziehungen zum Meer in ihrer ganzen Vielfalt zu beschreiben. Geographisch gesehen ist Europa ein maritimer Kontinent: Keiner der anderen Erdteile hat mehr Berührungspunkte mit dem Meer gemessen an Küstenlänge und Gesamtgröße. Wie also erleben wir diese Berührung mit dem Meer – und wie werden wir der Verantwortung gerecht, die sich daraus ergibt? Weiterlesen