„Ermutigung und Motivation durch Geschichten“  –  mit Kindern nach Frieden und Gerechtigkeit fragen

Im Gespräch mit Dr. Ingolf Dietrich, Beauftragter für die Agenda 2030 im Bundesministerum für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Foto: André Wagenzik © Rat für Nachhaltige Entwicklung

Nicht mit dem Taxi nach Paris…sondern mit dem Kamishibai nach Berlin ging es Ende Januar unter dem Motto „Das weiße Blatt“. Hinter dem Motto verbirgt sich eine Idee der Büchereizentrale Schleswig-Holstein für die Erzähl- und Leseförderung der Bibliotheken im nördlichen Bundesland: Wie erfahren Kinder etwas über Frieden und Gerechtigkeit, Schätze des Lebens und ein gutes Miteinander in der Welt? Und wie können sie ihre eigenen Gedanken dazu ausdrücken? Mit Bildern und Geschichten zum Beispiel – und durch Begegnungen mit anderen Menschen, die in Bibliotheken in einem lebendigen Austausch mit Kitas, Schulen und Familien zueinander finden. Oft  kommt dabei das Kamishibai-Erzähltheater zum Einsatz:  Denn Lernen mit allen Sinnen und Erfahrungen teilen durch Begegnung, Bilder und Geschichten gelingt damit besonders gut.  Und am Anfang des kreativen Prozesses steht immer wieder ein „weiße Blatt“… Weiterlesen

„Eine Tür geht auf“ – 20 Jahre Lied und Geschichte von Benno Bär

Eine Tür geht auf,
doch nicht so wie ich gedacht.
Eine Tür geht auf,
stilles Wunder in der Nacht.
Es verging eine Zeit,
aber jetzt ist es soweit.
Ja, nun öffnet sich hier eine Tür.

Eine Tür geht auf,
doch nicht nur für mich allein.
Eine Tür geht auf,
will für viele offen sein.
Es verging eine Zeit….

Eine Tür geht auf

20 Jahre alt ist das Lied in diesem Jahr geworden, entstanden 1997, erstmals erschienen in Verbindung mit der Geschichte von Benno Bär in dem Don Bosco Buch „Die Weihnachtsbühne“ (1999), bis heute durch verschiedene Liederbücher auch unabhängig von der Geschichte  in Gebrauch – und natürlich oft im Einsatz mit der inzwischen als Kamishibai und Mini-Bilderbuch neu herausgegebenen Fassung mit Illustrationen. Dazu lässt sich das Lied mit Spielanregungen im Downloadbereich des Verlages weiterhin als Notentext abrufen:

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Zum neuen Jahr: Mit dem Möglichkeitssinn leben lernen

Am Ende eines Jahres wird der Blick gern auf die Zukunft gerichtet. Es werden Hoffnungen thematisiert, vielleicht Prognosen gewagt – gute wie schlechte. Es werden auch Ängste geäußert, vielleicht Verunsicherungen und Stillstand beschrieben. Was gibt es zu tun? Wie kann es weitergehen?  Und worauf sollen sich Hoffnungen überhaupt richten, wenn das alte Modell vom Wachstum als Zielrichtung nicht mehr taugt?

Kinderbild vom Menschsein / GS Völlen

Solche und ähnliche Fragen beschäftigen mich in diesem Jahr nicht erst jetzt, da die stillen Tage nach Weihnachten das Nachdenken darüber vermehrt zulassen. Zukunftsperspektiven in Verbindung mit Fragen nachhaltiger Entwicklung waren seit Sommer 2017 ein (nicht nur) berufliches Schwerpunktthema für mich, durchaus von gemischten Gefühlen begleitet. Nicht unproblematisch ist das Thema für mich deshalb, weil es zu meinen Aufgaben gehört, Perspektiven einer Bildung für nachhaltige Entwicklung speziell für Kinder zu entwickeln. Da aber halte ich es gern mit Janusz Korczak, dem das „Recht des Kindes auf den heutigen Tag“ wichtig ist – was nach meinem Verständnis nicht vorrangig heißen kann, das kindliche Denken und Lernen auf eine Zukunft zu lenken, von der heute niemand sicher sagen kann, wie diese in vielleicht 20 Jahren aussehen wird. Was also brauchen Kinder heute, um daraus Ermutigung und Vertrauen fürs Leben zu schöpfen? Weiterlesen

Zum 2. Advent: Mutige Freude – am Tag der Menschenrechte

Magnificat / S. Brandt

Der Tag der Menschenrechte fällt in die Adventszeit. In diesem Jahr mit dem 10. Dezember direkt auf den 2. Advent. Gestern habe ich mir deshalb gemeinsam mit einem Mann aus Afghanistan die Menschenrechte angeschaut, zumindest ein Teil davon, in einer vereinfachten Sprachfassung. Wir haben uns durch den sperrigen Text gearbeitet, die großen Worte im Wörterbuch nachgeschlagen, sind hängen geblieben an den vielen Fragen, die sich dabei ergeben, wieder und wieder – ein gutes Gespräch…

„…Liebeslied vom Leben“

Irgendwann haben wir uns von den großen Worten gelöst. Es spricht sich leichter mit Tätigkeitswörtern, mit dem gemeinsamen Vorrat gebräuchlicher Vokabeln, die vom Leben erzählen. Ganz konkret.

Später habe ich noch etwas andres entdeckt – mit den Verben im Sinn: vertrauen, nachdenken, aufbrechen, träumen…mittendrin eine überraschende Assoziation zu adventlichen Bildern, zu alten Texten, zum Magnificat, zu einer Freude, die es sich nicht leicht macht in dieser Zeit: Da war sie plötzlich. Und ich glaube, ich kann ihr einiges zutrauen.

Das alte Lied von der mutigen Freude
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„Suche nach dem Lebendigen“ – die Anthologie „Von Fluchten und Wiederfluchten“

Manche Bücher sind wie Bibliotheken: Da fängt man nicht am Anfang des „Regals“ an zu lesen und arbeitet sich Titel für Titel weiter vor. Nein, meistens lässt man sich neugierig machen von einzelnen Geschichten, zieht hier eine heraus, liest dort die erste Seite an, liest sich fest, wandert weiter…So auch in der Anthologie „Von Fluchten und Wiederfluchten“, herausgegeben von Artur Nickel und kürzlich erschienen im Geest-Verlag:  Mehr als 500 Seiten fasst diese „kleine Bibliothek“, die dabei noch recht bequem ins Handgepäck passt.  Viele verschiedene Menschen und Initiativen haben daran mitgewirkt: Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Ländern und Generationen, Grafiker, Unterstützer.

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