Mit Kindern weltweit über das Leben nachdenken – Bibliotheken und die Agenda 2030

Den Anfang machten in diesem Sommer Kinder und Jugendliche bei einem Kooperationsprojekt mit den Bücherpiraten e.V. Lübeck und der Büchereizentrale Schleswig-Holstein: Es ging darum, die Ziele und Kernbotschaften der Agenda 2030 mit den Fragen und Ideen von Kindern zu verbinden. Wie sehen sie die Welt? Was wünschen sie sich? Und welche Ideen haben sie, um etwas zu verändern?

http://bz-sh.de/index.php/dienstleistungen-fuer-kindergaerten-und-schulen/das-weisse-blatt

Fragen und Bilder aus Deutschland zum Weiterdenken…und in Serbien entstehen dazu neue Ideen von Kindern und Jugendlichen. Foto: Daniela Skokovic

Aus einer Auswahl der gesammelten Fragen ist ein Online-Buch entstanden, ein https://www.bilingual-pictureooks.org, interpretiert durch Bildgestaltungen von Jugendlichen. Und weil die Ziele der Agenda 2030 nur erreicht werden können, wenn Menschen in aller Welt daran mitarbeiten, sollte das Bilderbuch in möglichst viele Sprachen übersetzt und online verbreitet werden, um auch anderswo Kinder zum Weiterdenken anzuregen.

Genau das ist jetzt in Pozega/Serbien geschehen! Dort hat man das Buch in serbischer Übersetzung dank des Engagements der dortigen Bibliotheksleiterin Daniela Skokovic zum Anlass genommen, um wiederum Kinder und Jugendliche aus Serbien anzuregen, an die Fragen der Kinder aus Deutschland anzuknüpfen und dazu eigene Gedanken und Gestaltungsideen zu entwickeln. Weiterlesen

Gut aufwachsen mit Geschichten und freien Gedanken – mobile Kinderbibliotheken international

“Our mission is to create an opportunity for critical thinking where Afghan children age 18 and below can wonder, read, ask questions, be themselves and can have fun. We believe that creating a supportive and enabling environment such as Charmaghz will help our children grow to be positive and open-minded individuals.”

Mit dieser Hoffnung und Botschaft fahren Freshta Karim und ihr Team vom Bücherbus “Charmaghz” durch Kabul, um Kindern in Afghanistan mit Büchern, Freizeit- und Bildungsangeboten das zu vermitteln, was ihnen im Sinne der Kinderrechtskonvention eigentlich zusteht – und doch in so vielen Teilen der Welt nicht verwirklicht wird: Ermutigung, um Fragen zu stellen, Gelegenheiten zum Staunen und Entdecken, Freude und Lust daran, sich eine eigene Meinung zu bilden…

Different systems, different languages – but one world and one vision for children’s libraries, based on the UN children’s rights!

Zur Vertiefung: Kinderbibliotheken und Kinderrechte

Eight guidelines for children

Bildquelle: Charmaghz, Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung

Der nachhaltige Wert solcher Projekte dürfte um ein Vielfaches höher liegen als die dafür benötigten Mittel, die weitgehend durch Spenden zusammenkommen. Zwar können eine mobile Versorgung mit Büchern und Anregungen zum kritischen Fragen und Nachdenken nicht alle Lücken bei der Weiterentwicklung von Bildungs- und Kulturangeboten schließen. Auf jeden Fall aber können sie immer wieder dort vor Ort sein und Wirkung zeigen, wo sonst kaum ein anderes Angebot die Menschen erreichen, Impulse geben und Hoffnung schenken könnte. Weiterlesen

Tanzende Töne und reisende Muscheln. Auf der Suche nach Verbundenheit in Musik, Rhythmus und Sprache

Was haben Muscheln und Ukulele, eine Flöte und das spanische Bilderbuch vom Seiltänzer miteinander zu tun? Sie gehören in meinen Rucksack, wenn es an diesem Wochenende bei den “Tontalenten” im Rahmen des Projekts “Musik und Vielfalt” darum geht, Musik als internationale Sprache und die Vielfalt der Verbindungen zwischen Musik und Sprache, Bewegung und Rhythmus gemeinsam auszuloten.

c abacVerlag / Cover: Africa Fanlo

Das Bilderbuch vom Seiltänzer habe ich mir für dieses erste Treffen ausgesucht, weil es auf so vielschichtige Weise von der Bedeutung eines roten Fadens erzählt, der sich durch die Zeit und die Welt ziehen kann, hin und wieder Knoten bildet und uns an die Balance erinnert, die es zu suchen gilt, wenn einem der Faden nicht entgleiten soll.

Davon erzählt das Buch mit wenigen Worten, mit starken Bildern – und eben diese lassen sich auch in Musik verwandeln, wenn die Flöte den Faden aufnimmt… Weiterlesen

Das orange Band. Nachdenken über die Hoffnung

Seit einigen Wochen ist Orange die Farbe der europaweiten Solidarität im Engagement für Menschenrechte und Seenotrettung. Solidarisch mit der europaweiten Bewegung https://seebruecke.org/ hatten viele Initiativen bereits am 4. August zum Aktionstag „Orange Day“ dazu aufgerufen, Farbe zu bekennen und für die kompromisslose Achtung der Menschenrechte deutliche Zeichen und Worte zu finden. Im Blick auf 68,5 Millionen Menschen die derzeit weltweit aufgrund von Kriegen, Verfolgung, Folter und Armut (u.a.) auf der Flucht sind, richtet sich der Protest gegen eine Blockade und Kriminalisierung von Seenotrettung, die dazu führt, dass die EU den Tod unzähliger Geflüchteter im Meer und an den Grenzen billigend in Kauf nimmt.

Neben der „Seebrücke“ haben sich weitere Initativen gebildet. So heißt es in der von Beatrice von Weizsäcker, Sven Giegold und Ansgar Gilster an die EU gestartete Petition zur Flüchtlingspolitik „Erst stirbt das Recht, dann der Mensch“, die inzwischen von mehr als 100.000 Menschen unterzeichnet worden ist:

 „Es ist völkerrechtswidrig, Menschen in Seenot nicht zu retten. Es ist unverantwortlich, Menschen monatelang in Lagern festzuhalten, andere Staaten für die Abwehr von Flüchtlingen zu bezahlen und gefährliche Herkunftsstaaten für sicher zu erklären. Diese Abschottung schreitet seit Jahren voran und höhlt das internationale und europäische Flüchtlingsrecht aus. Dabei wissen wir aus der Geschichte: Erst stirbt das Recht, dann stirbt der Mensch.

Diese Flüchtlingspolitik hat keine gute Zukunft. Diese Politik bedroht nicht nur die Flüchtlinge, sie setzt auch unsere eigene Humanität und Würde aufs Spiel. Die Kampagnen gegen jene, die sich für Flüchtlinge einsetzen – insbesondere die zivile Seenotrettung –, zeigen: Moral wird verunglimpft und Menschlichkeit kriminalisiert.“

Aus: https://sven-giegold.de/petition-fluechtlingspolitik/

Farbe bekennen – was bewirkt das?

 

Doch Farbe bekennen mit dem Orange der Seenotretter und -retterinnen als symbolisches Zeichen – reicht das? Was lässt sich dadurch verändern und bewirken?

Auch für die heute beginnende Protestwoche mit zahlreichen Aktionen, zu der die Initiative Seebrücke aufruft, wird erneut an das Orange als verbindendes Zeichen der Solidarität erinnert.

Für mich persönlich gehört das Engagement für Würde und Menschenrecht von Geflüchteten seit 2014 zum Alltag. Nahezu jeden Tag ganz konkret. Äußere Zeichen haben dabei bislang keine Rolle für mich gespielt. Weiterlesen

Sonntagsmomente: Können Freude und Lachen an jedem Tisch sein?

aus: Wie entsteht eigentlich die Zukunft? www.bilingual-picturebooks.org

Welche Fragen sind Kindern wichtig, wenn sie über die Welt und die Zukunft nachdenken? 17 Beispiele aus einer Fülle von über 80 Rückmeldungen im Rahmen des Workshops “Mit dem Staunen fängt es an” haben Jugendliche bei den Bücherpiraten e.V. in Lübeck jetzt zu einem digitalen Bilderbuch verarbeitet. Möglich gemacht wurde der Workshop durch eine Kooperation mit der Büchereizentrale Schleswig Holstein und einer Förderung des Fonds Nachhaltigkeitskultur.

Eines meiner persönlichen Lieblingsbilder gehört zu der Frage:

“Können Freude und Lachen an jedem Tisch sein?”

Welche Antworten lassen sich auf der ganzen Welt dazu finden? Eines von vielen Beispielen – folgende Geschichte:

Das große Tischtuch. Eine persische Weisheitsgeschichte