“Leise Schritte, wildes Spiel” – Ermutigung durch Lieder und Geschichten

“Füße spüren allerhand:
kalte Pfützen, heiße Steine,
weiches Wasser, festes Land.

Füße können ziemlich viel:
stehen, gehen, hüpfen, tanzen,
leise Schritte, wildes Spiel.

Füße gehen ziemlich weit:
Manche Wege sind beschwerlich,
brauchen viel Geduld und Zeit.”

Quelle: https://oleak.de/bibellieder/

 

Wie kann durch Lieder und Geschichten Ermutigung geschehen, Vorstellungskraft und Ausdrucksfreude von Menschen und ganz besonders von Kindern in aller Welt gestärkt werden?

Diese Frage hat mich den Sommer über in besonderer Weise beschäftigt. Antworten habe ich in alten wie neueren Geschichten gesucht, in kürzlich erlebten wie in seit Jahrtausenden überlieferten Flucht- und Rettungsgeschichten, in Suchwegen und Aufbrüchen von Menschen entdeckt.

Und neue Lieder für Kinder sind entstanden, die davon in Texten und Tönen etwas zum Ausdruck bringen, vertont von dem Berliner Komponisten Rainer Oleak. Weiterlesen

Tanzende Töne und reisende Muscheln. Auf der Suche nach Verbundenheit in Musik, Rhythmus und Sprache

Was haben Muscheln und Ukulele, eine Flöte und das spanische Bilderbuch vom Seiltänzer miteinander zu tun? Sie gehören in meinen Rucksack, wenn es an diesem Wochenende bei den “Tontalenten” im Rahmen des Projekts “Musik und Vielfalt” darum geht, Musik als internationale Sprache und die Vielfalt der Verbindungen zwischen Musik und Sprache, Bewegung und Rhythmus gemeinsam auszuloten.

c abacVerlag / Cover: Africa Fanlo

Das Bilderbuch vom Seiltänzer habe ich mir für dieses erste Treffen ausgesucht, weil es auf so vielschichtige Weise von der Bedeutung eines roten Fadens erzählt, der sich durch die Zeit und die Welt ziehen kann, hin und wieder Knoten bildet und uns an die Balance erinnert, die es zu suchen gilt, wenn einem der Faden nicht entgleiten soll.

Davon erzählt das Buch mit wenigen Worten, mit starken Bildern – und eben diese lassen sich auch in Musik verwandeln, wenn die Flöte den Faden aufnimmt… Weiterlesen

„Eine Tür geht auf“ – 20 Jahre Lied und Geschichte von Benno Bär

Eine Tür geht auf,
doch nicht so wie ich gedacht.
Eine Tür geht auf,
stilles Wunder in der Nacht.
Es verging eine Zeit,
aber jetzt ist es soweit.
Ja, nun öffnet sich hier eine Tür.

Eine Tür geht auf,
doch nicht nur für mich allein.
Eine Tür geht auf,
will für viele offen sein.
Es verging eine Zeit….

Eine Tür geht auf

20 Jahre alt ist das Lied in diesem Jahr geworden, entstanden 1997, erstmals erschienen in Verbindung mit der Geschichte von Benno Bär in dem Don Bosco Buch „Die Weihnachtsbühne“ (1999), bis heute durch verschiedene Liederbücher auch unabhängig von der Geschichte  in Gebrauch – und natürlich oft im Einsatz mit der inzwischen als Kamishibai und Mini-Bilderbuch neu herausgegebenen Fassung mit Illustrationen. Dazu lässt sich das Lied mit Spielanregungen im Downloadbereich des Verlages weiterhin als Notentext abrufen:

begleitmaterialien-zu-benno-baer

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Maßnehmen am Maßstab der Menschenwürde – mit vielen einzelnen Maßnahmen…und Musik!

Was in der Überschrift vielleicht wie ein Wortspiel anmutet, hat einen ernst gemeinten Hintergrund, der an diesem Wochenende sehr treffend durch einen Beitrag von Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung untermauert wurde: http://www.sueddeutsche.de/leben/persoenliche-betroffenheit-die-gretchenfrage-1.2692471

Er beleuchtet darin ausführlich und differenziert die unterschiedlichen Aspekte der Flüchlingsthematik – bei uns wie in den Herkunftsländern – und stellt dabei treffend fest, dass “es DIE Lösung für eine Bewältigung der Flüchtlingskrise nicht gibt. Es gibt nur eine Vielzahl von einzelnen Maßnahmen, die sich aber alle messen lassen müssen an dem, was nicht geht. Eine Verletzung des Maßstabs der Menschenwürde geht nicht.“

tdh

Angebote für Flüchtlingskinder im Irak, c terre des hommes

Sein Beitrag redet die politische und gesellschaftliche Herausforderung nicht klein, verschweigt nicht die noch ungelösten nationalen wie globalen Probleme, benennt aber zugleich viele konkrete Aspekte, an denen deutlich wird, was zu der erwähnten „Vielzahl von einzelnen Maßnahmen“ gehören könnte. So macht er am Beispiel der Situation in libanesischen Flüchtlingslagern darauf aufmerksam, wie dringend nötig Hilfsgelder gebraucht werden, um für Kinder einen Schulunterricht zu ermöglichen (und ich füge hinzu: auch, um eine psychosoziale Betreuung und Freizeitgestaltung mit Sport und musisch-kulturellen Angeboten gewährleisten zu können). In Prantls Beitrag heißt es dazu: Je länger diese Kinder nicht in die Schule gehen, desto mehr verdüstern sich ihre Zukunftschancen, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder und Jugendlichen Gewalt ganz gut finden und lernen, mit Bomben statt mit Büchern ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Für sie Schulunterricht zu organisieren – das ist Fluchtursachenbekämpfung und Terrorprävention.“ Weiterlesen