Zum „Welttag der kulturellen Vielfalt“: Märchen in der weltweiten Erzählkultur – erfahren und erforscht

Foto: UNESCO

Foto: UNESCO

Der jährlich am 21. Mai begangene „Welttag der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung“ soll das öffentliche Bewusstsein für kulturelle Vielfalt stärken, wie es in der Allgemeinen Erklärung zur kulturellen Vielfalt von der UNESCO-Generalkonferenz 2001 vereinbart worden ist.  „Als Quelle des Austauschs, der Erneuerung und der Kreativität ist kulturelle Vielfalt für die Menschheit ebenso wichtig wie die biologische Vielfalt für die Natur.“, heißt es in Art. 1 der Erklärung.  Und Art. 7 ergänzt:  „Kreativität ergibt sich aus den Wurzeln kultureller Tradition, aber sie kann sich nur im Kontakt mit anderen Kulturen entfalten.“

Do one thing… – z.B. „Märchen interkulturell entdecken und mehrsprachig erleben“

Um diese facettenreiche „Allgemeinen Erklärung“ an einem Praxisthema zu konkretisieren, wird hier in diesem Jahr das Märchen mit seiner vielfältigen weltweiten Erzählkultur in den Blick gerückt und als Anregung zum Dialog, zur Kreativität wie zur interkulturellen und mehrsprachigen Begegnung betrachtet. Denn verschiedene Erfahrungen mit Märchen im interkulturellen Austausch haben mein Interesse und meine Verbundenheit mit dem Thema in letzter Zeit intensiviert und farbiger werden lassen.

Erfahrung Nr.1: Auf Schatzsuche nach vertrauten Geschichten Weiterlesen

Zum Weltgesundheitstag: Mit Wind und Wasser im Lebensstrom

BALI

Elbstrom bei Hitzacker

Wind und Wasser

Immer im Fluss
beweglich bleiben
oft gegen den Wind

getragen vom Wasser
Vertrauen schöpfen
immer im Fluss

Susanne Brandt

Lyrik zum Weltgesundheitstag? Das Gedicht knüpft an das Gesundheitsmodell des Medizinsoziologen Aaron Antonovsky an, das seit den 1970er Jahren nicht nur der Medizin, sondern auch der Pädagogik, Sozial- und Kulturarbeit immer wieder Impulse zur Anwendung und Weiterentwicklung geliefert hat.

Vgl. in Brandt/Keller-Loibl: Leseförderung in Öffentlichen Bibliotheken, darin zur Salutogenese in der Bibliotherapie

Zum Hintergrund in Kürze:

Das Wort Salutogenese (lat. von salus = Unverletzheit, Heil, Glück und griech. génesis = Entstehung)  wurde von dem israelisch-amerikanischen Medizinsoziologen Aaron Antonovsky (1923-1994)  geprägt. Bei dem Modell nach Antonovsky gibt es keine Grenze zwischen Gesundheit und Krankheit, sondern ein Kontinuum zwischen den Polen Krankheit und Gesundheit.

Er entwickelte dazu die Metapher von einem Menschen, der im Fluss des Lebens permanent in Bewegung bleibt, um mit Wind und Strömungen zurecht zu kommen, sich in Gefahren begibt, wenn er an Steilklippen vorbei muss und sich dann wieder in einem seichten Flussauslauf wiederfindet. Weiterlesen

Zum Internationalen Kinderbuchtag: Bibliotheken als magische Orte

„Es war einmal eine … Bibliothek!“ –  so beginnt die Geschichte von der kleinen Luisa, erzählt von der brasilianischen Jugendbuchautorin Luciana Sandroni,  die sie eigens zum diesjährigen Internationale Kinderbuchtag 2016 für die Kinder der Welt verfasst hat. In Luciana Sandronis Botschaft kommen viele Märchenfiguren vor – aus Grimms und Andersens und aus brasilianischen Märchen. Sie alle wollen von Luisa mit nach Hause genommen werden. Und mit einem schweren Rucksack macht sich das Mädchen nach ihrem ersten Bibliotheksbesuch auf den Heimweg. „Bist du zu Hause?“, fragt die Mutter. „Wir sind zu Hause“, antwortet Luisa – und zeigt damit zugleich, dass man aus einer Bibliothek mehr „mitnehmen“ kann als das, was gedruckt zwischen den Buchdeckeln steht…

Aus der Janusz-Korczak-Kinderbücherei, Foto: Susanne Brandt

Aus der Janusz-Korczak-Geschwisterbücherei, Foto: Susanne Brandt

 

„Immer, wenn du ein Buch aus der Hand legst und beginnst, den Faden eigener Gedanken zu spinnen, hat das Buch sein angestrebtes Ziel erreicht.“ 

(Janusz Korczak)

 

 

Zum Weiterlesen aus der Welt der Bibliotheken als magische Orte für Kinderbücher: Weiterlesen

Zwischen Büchern geborgen – Impressionen aus der Janusz-Korczak-Geschwisterbücherei

BALI

Ein Buch, das Geschichten in sich trägt…

Seit wenigen Tagen steht ein „Buch“ der ganz besonderen Art auf meinem Schreibtisch –  handgefertigt und angenehm zu betasten aus weichem Holz. Zwischen den Seiten stecken Fotos und Karten, die Geschichten ahnen lassen, immer wieder anders, persönlich, nie so, dass damit zu viel preisgegeben wird: Bilder von lesenden Jugendlichen vor oder in der Janusz-Korczak-Geschwisterbücherei in Lilienthal bei Bremen.

Ich fühle mich dem Haus und der Arbeit, die dort durch die Begleitung von Marlies Winkelheide in geschützten Räumen für und mit Geschwistern von Menschen mit Behinderung möglich ist, seit längerem verbunden. Als Zeichen dieser Verbundenheit gehört nun dieses Buch zu den besonderen „Schätzen“ in meinem Arbeitszimmer. Die Jugendlichen einer Geschwistergruppe, für die dieser Ort von besonderer Bedeutung ist, haben es mir als Päckchen zukommen lassen, vielleicht als Symbol – so wie vieles, was dort mit Büchern und Dingen geschieht, über Symbole spricht, Sinn und Botschaften vermittelt für das, was manchmal schwer in eigene Worte zu fassen ist. Weiterlesen

Was uns verbindet – Kinderrechte und Bibliotheken binational im Blick

baum frieden2

Beispiel aus der gemeinsamen kreativen Arbeit im Sister Library Project zwischen Serbien und Deutschland

Nur noch wenige Tage bis zum Bibliothekartag in Nürnberg: Zwischen Pozega/Serbien und Flensburg/Deutschland gehen E-Mails hin und her. Es geht um Kinderrechte als verbindende und verbindliche Verpflichtung nahezu aller Länder der Erde. 1989 hatten die Vereinten Nationen mit dem Übereinkommen über die Rechte des Kindes erstmals ein Abkommen unterzeichnet*, das die internationale Anerkennung der Menschenrechte für Kinder festschreibt und verbindliche Mindeststandards zum Wohle der 0- bis 18jährigen definiert. Seither ist und bleibt die Konvention auch für Öffentliche Bibliotheken eine besondere Herausforderung, berührt sie doch in mehreren Punkten wesentliche Fragen der Mitbestimmung, der Bildungs- und Informationsbedürfnisse wie insgesamt des seelischen und körperlichen Wohlergehens von Kindern und Jugendlichen. Weiterlesen