Bilderbuch-Tipp: Wie „Luftigrüße“ die Fantasie beflügeln…

c Bohem Verlag

c Bohem Verlag

Ein weiteres schönes Beispiel für ein Bilderbuch, das ohne Worte eine poetische Geschichte zu erzählen weiß – mit den geheimnisvollen erdfarbenen Bildern der jungen Slowenischen Künstlerin Maja Kastelic: Die Stadt liegt im Dämmerlicht, als sich ein kleiner Junge auf den Weg durch die Straßen macht. Eine Katze weckt sein Interesse. Und eine offene Tür, aus der Licht fällt. Solche Türen entwickeln sich zum wiederkehrenden Motiv in dem Buch: Türen, die in unbekannte Räume führen, begleiten den Jungen bei seiner stillen Entdeckungsreise und während er ein fremdes Haus erkundet, fliegen ihm bemalte Blätter gleichsam vor die Füße und locken ihn weiter, der Spur aus Papier folgend. Am Ende führt sein Weg bis zum Dachboden, wo er ein Mädchen trifft, das aus den Blättern Papierflieger faltet (das Buch verrät auch, wie das geht). Beide stehen schließlich auf einem Balkon über den Dächern der Stadt und schicken ihre gemalten und gefalteten Botschaften in die Welt. Bestimmt werden die „Luftigrüße“ irgendwo gefunden…und legen vielleicht schon bald eine neue Spur in unbekannte Welten. Eine kreative Umsetzung und fantasievolle Fortsetzung der Geschichte mit den Ideen der Kinder liegt auf der Hand….

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Buch-Tipp: Ramas Flucht

c Gerstenberg

c Gerstenberg

Einige ganz unterschiedliche Sach- und Bilderbücher zum Thema „Flucht“ sind in den vergangenen Monaten erschienen. Da reiht sich dieser neue Titel ein und fällt zugleich aus dem Rahmen. Denn allein schon die Entstehungsgeschichte und Illustrationsart ist bemerkenswert: Die poetische Ich-Erzählung eines Kindes, das mit seiner Familie die Heimat verlässt, führt entlang an Bildszenen, die der syrische Bildhauer Nizar Ali Badr auf dem Dach seines Hauses aus gesammelten Steinen eines nahen Bergs zusammenlegt – manchmal nur für das Foto, um anschließend etwas Neues daraus entstehen zu lassen. Das Unfixierte, immer wieder dem Wandel ausgesetzt, das Warmherzige und Zärtliche in der Schwere des Materials findet in der dazu beschriebenen Fluchterfahrung seine Entsprechung: Weiterlesen

„Zeit für ein Liedchen“ – Herbstklänge mit Ukulele

Waldmusik

Waldmusik für Herbsttage

„Während die Zwerge in der neuen Hütte erschöpft auf den Mooskissen lagen, klangen die  Töne und Lieder aus der alten Hütte zu ihnen herüber. Sie mussten zugeben, dass ihnen die Musik gefiel. Es war schön, einfach so dazuliegen und zu lauschen…“ (Aus: Zeit für ein Liedchen)

Am letzten Wochenende habe ich am Nordkolleg bei einem Improvisationskurs in Zusammenarbeit von LV Rhythmische Erziehung und BW Rhythmik eine Menge Inspiration erfahren, um u.a. die percussiven, melodischen und harmonischen Möglichkeiten der Ukulele zu erproben und zu erweitern.

Liederbuch

Da ich an dem kleinen Instrument ja so besonders schätze, dass es im Wechsel wie in Begleitung zur Stimme einsetzbar ist und gleichzeitig noch eine Menge Bewegungsfreiheit lässt, übe ich nun passend zur nächsten Vorlesestunde im November eine improvisierte Gestaltung der Geschichte Zeit für ein Liedchen mit nur einem Instrument in Kombination mit Gesang und etwas Bodypercussion zum Mitmachen. Mal sehen, ob mir das gelingt… Weiterlesen

Sommerlich und interkulturell: Dialog in Deutsch mit einer persischen Kirschengeschichte

KirschenSeit vielen Monaten sammle ich Geschichten aus aller Welt. Nicht zu lang sollen sie sein. Und sprachlich nicht zu schwierig. Bei den Geschichten für Kinder wird man da schnell fündig. Soll die Handlung aber auch für Erwachsene interessant sein und Anlass geben für ein anschließendes Gespräch, wird die Auswahl schon kleiner. Aber die Suche lohnt sich! Aus allen Teilen der Welt sind wunderbare kleine Geschichten überliefert, die sich gut miteinander lesen und bedenken lassen. Sie bieten vielfältige Gelegenheiten, um erste Deutschkenntnisse anzuwenden und zu vertiefen, regen aber anschließend vor allem zu spannenden Gesprächen an und beleben ganz nebenbei das gemeinsame interkulturelle Verstehen. Denn ein Lernen mit Geschichten ist nie einseitig! Weiterlesen

Momentaufnahme: Was hat eine klingende Kugel mit Bibliothekspädagogik zu tun?

FullSizeRenderSie kann die Fantasie anregen. Sie kann Bilder wecken. Sie kann ein Gedicht begleiten. Sie kann mehrere Sinne ansprechen. Sie kann die Konzentration vertiefen….Sie kann am Anfang einer Kamishibai-Stunde ins Spiel kommen. Oder den Mittelpunkt einer selbst erdachten Geschichte bilden. Oder eine Bilderbuchgeschichte zum Schluss  abrunden.  Und: Sie passt in jede Hosentasche und ist daher immer und überall zur Hand.

Auch im Rucksack ist eine solche klingende Kugel mitgereist, als ich die vergangenen Tage mit dem Workshop „Geschichten zum Anfassen“ beim 3. Bibliothekspädagogischen Forum in Stuttgart wie auch beim  Kamishibai-Seminar für Lehrerinnen und Erzieherinnen in Ansbach (übrigens genau das 25. Seminar zu diesem Thema, das seit 2012 nun schon an 20 verschiedenen Orten stattgefunden hat) die vielfältigen Möglichkeiten des Erzählens mit Bildern und Dingen im Kreis von interessierten und fantasiebegabten Teilnehmerinnen anregen und austauschen konnte. Weiterlesen