Hooger Halligsommer: Engel hinter trotzigen Mauern

 

Foto: Susanne Brandt

Die Engel
hinter trotzigen Mauern
fürchten sich nicht,
all die Spuren zu zeigen
vom Zahn der Gezeiten:

Risse,
ein Staunen
im zarten Gesicht.

Sie kennen sich aus
mit dem Sturm und der Flut,

sind Boten noch immer,
erzählen von Brüchen,
verlorenen Flügeln,
die neu sich entfalten
aus Geistkraft und Mut.

Susanne Brandt

Hooger Halligsommer: “Ein Lied aus Luft”

Hooger Halligsommer – dazu gehören Notizen, Lieder und Gedichte, die beim “Wohnen und Arbeiten auf Zeit” im Sommer 2018 auf der Hallig entstehen. Den Anfang macht das Lied aus Luft, in dem schon ein bisschen pfingstlicher Geist mitschwingt…

Foto: Susanne Brandt

Flüchtling-Magazin: Miteinander schreiben – voneinander lernen

“Kommunikation” heißt die Skulptur, die über dieser Seite abgebildet ist. Sie steht im Nationalpark Wattenmeer, dem Wind ausgesetzt: zwei Menschen, Mann und Frau, die in unterschiedliche Richtungen schauen. Aber: Sie haben einen guten Draht zueinander, der verbindet ihre Gedanken. Hauke Jessen, ein Künstler aus Hamburg, hat das Kunstwerk geschaffen.

c Flüchtling-Magazin

Kommunikation – darum geht es auch beim Flüchtling-Magazin: Hier wird nicht über andere, sondern miteinander gesprochen und geschrieben. Menschen aus unterschiedlichen Ländern teilen einander mit, wie sie Kultur, Alltag, Religion, Integration und vieles mehr, was ihnen im Leben wichtig ist, erleben. So lernen wir miteinander!

Für mich persönlich ist es eine wertvolle Erfahrung, ehrenamtlich in dem vielfältigen Team des “Flüchtling-Magazins” als Lektorin und Autorin jeden Tag ein bisschen daran mitwirken zu können. Das bedeutet viel mehr als “Korrekturlesen”! Es geht darum, sich einzufühlen in fremde Texte mit den Gedanken, die die Schreibenden in ihren Beitrag hineingelegt haben. Oft heißt das auch: die Blickrichtung wechseln und Dinge einfach mal aus anderer Perspektive betrachten. Sich mitunter elementar berühren und bewegen, vielleicht erschüttern lassen. So wie Hauke Jessens Figuren im Wind? Weiterlesen

“Die Zwergenmütze” als Bilderbuchklassiker – mit Spiellied zum Mitmachen

Cover: Die Zwergenmütze / Neugebauer Verlag

Dass Bilderbücher über viele Jahre lieferbar bleiben bzw. mehrfach neu aufgelegt werden und somit eine vielfältige Nutzung erfahren, ist eher die Ausnahme. Auf dem Buchmarkt zählen vor allem Neuerscheinungen. Umso mehr freue ich mich, wenn einzelne Titel sich dennoch zu beständigen Weggefährten entwickeln können.

“Die Zwergenmütze” gehört dazu. Als ich das Buch im Jahr 2000 kennen lernte und in der Leseförderpraxis mehrfach zum Einsatz brachte, ist für das gemeinsame Erzählen und Singen ein Spiellied zu der Kettengeschichte von den Tieren in der großen roten Mütze entstanden. Einige der Kinder, die damals als Drei- bis Fünfjährige dabei waren, sind inzwischen möglicherweise selbst schon Eltern – und können das Buch in einer der vielen Neuauflagen nun weiterhin ihren Kindern erzählen.

Als mich heute eine Anfrage zu eben diesem inzwischen “volljährigen” Lied erreichte, musste ich erstmal ein bisschen suchen….aber dann hatte ich es wieder in der Hand und im Ohr. Es scheint also hier und da noch in Gebrauch zu sein – und nun gibt es dazu auch eine kleine Hörprobe (Strophe 1-2 + Schluss) für alle, die sich die Melodie lieber übers Gehör als über das Notenblatt vertraut machen wollen:

“In der Mütze” (Zu: “Die Zwergenmütze”): Text & Musik: Susanne Brandt / GEMA-lizensiert

Den Text liefert ein Notenblatt, das im Jahr 2000 zunächst als Kopie und später in dem Buch “Wenn die Buchstaben flüstern” erschienen ist:

Wenn die Buchstaben flüstern…

c Text & Musik: Susanne Brandt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Bilderbuch “Die Zwergenmütze” von B. Weninger/J. Rowe ist erhältlich im Buchhandel oder in Bibliotheken, ISBN-139783865660930 Verlag Michael Neugebauer Edition 12,95 EUR

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Sonntagsmomente: Stille Kraft

Foto: Susanne Brandt

Noch traut sich kaum ein Halm ans Licht
auf frosterstarrten Beeten.
Ein Baumstumpf aber ist geschmückt
mit wuchernden Trameten.

Wer sich nach Grün und Blumen sehnt
und sucht und sucht vergebens,
entdeckt das Schöne unverhofft
als stille Kraft des Lebens
beim toten Holz im alten Laub –
ein Osterfest im Wald.

Was leblos schien, verwandelt sich
mit Namen und Gestalt.

Susanne Brandt