Über Susanne.brandt

Dipl.-Bibliothekarin, Rhythmikpädagogin (BWR), lebt in Flensburg. Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Susanne_Brandt

Gut aufwachsen mit Geschichten und freien Gedanken – mobile Kinderbibliotheken international

“Our mission is to create an opportunity for critical thinking where Afghan children age 18 and below can wonder, read, ask questions, be themselves and can have fun. We believe that creating a supportive and enabling environment such as Charmaghz will help our children grow to be positive and open-minded individuals.”

Mit dieser Hoffnung und Botschaft fahren Freshta Karim und ihr Team vom Bücherbus “Charmaghz” durch Kabul, um Kindern in Afghanistan mit Büchern, Freizeit- und Bildungsangeboten das zu vermitteln, was ihnen im Sinne der Kinderrechtskonvention eigentlich zusteht – und doch in so vielen Teilen der Welt nicht verwirklicht wird: Ermutigung, um Fragen zu stellen, Gelegenheiten zum Staunen und Entdecken, Freude und Lust daran, sich eine eigene Meinung zu bilden…

Different systems, different languages – but one world and one vision for children’s libraries, based on the UN children’s rights!

Zur Vertiefung: Kinderbibliotheken und Kinderrechte

Eight guidelines for children

Bildquelle: Charmaghz, Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung

Der nachhaltige Wert solcher Projekte dürfte um ein Vielfaches höher liegen als die dafür benötigten Mittel, die weitgehend durch Spenden zusammenkommen. Zwar können eine mobile Versorgung mit Büchern und Anregungen zum kritischen Fragen und Nachdenken nicht alle Lücken bei der Weiterentwicklung von Bildungs- und Kulturangeboten schließen. Auf jeden Fall aber können sie immer wieder dort vor Ort sein und Wirkung zeigen, wo sonst kaum ein anderes Angebot die Menschen erreichen, Impulse geben und Hoffnung schenken könnte. Weiterlesen

Tanzende Töne und reisende Muscheln. Auf der Suche nach Verbundenheit in Musik, Rhythmus und Sprache

Was haben Muscheln und Ukulele, eine Flöte und das spanische Bilderbuch vom Seiltänzer miteinander zu tun? Sie gehören in meinen Rucksack, wenn es an diesem Wochenende bei den “Tontalenten” im Rahmen des Projekts “Musik und Vielfalt” darum geht, Musik als internationale Sprache und die Vielfalt der Verbindungen zwischen Musik und Sprache, Bewegung und Rhythmus gemeinsam auszuloten.

c abacVerlag / Cover: Africa Fanlo

Das Bilderbuch vom Seiltänzer habe ich mir für dieses erste Treffen ausgesucht, weil es auf so vielschichtige Weise von der Bedeutung eines roten Fadens erzählt, der sich durch die Zeit und die Welt ziehen kann, hin und wieder Knoten bildet und uns an die Balance erinnert, die es zu suchen gilt, wenn einem der Faden nicht entgleiten soll.

Davon erzählt das Buch mit wenigen Worten, mit starken Bildern – und eben diese lassen sich auch in Musik verwandeln, wenn die Flöte den Faden aufnimmt… Weiterlesen

Sonntagsmomente: Bäume, Stille, Herbstgeruch. Spaziergänge in der märkischen Landschaft

Auf einer von Wald umgebenen Wiese des Dorfes Netzeband bei Neuruppin sind schmale Spiegel wie Stelen im Freien aufgestellt. Sie gehören vermutlich zu dem eben hier beendeten Freilicht-Thetater-Sommer. Wer dort für einen Moment verweilt und hinein schaut, nimmt rechts und links vom Spiegel noch etwas von der Landschaft wahr, die vor einem liegt. Zugleich wird aber beim Blick in den Spiegel sichtbar, was hinter einem liegt. Beim Wandern über die Wiese tritt einem an diesen Spiegelpunkten also immer wieder das eigene Eingebundensein  konzentriert vor Augen, das in der jeweiligen Umgebung sonst nur als ein Hinten und Vorne nacheinander betrachtet werden kann.

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Kinderbuch-Tipp: Flasche. Ein kleiner feiner Roman von Soheyla M. Sadr

Ist gegen jeden Kummer ein Kraut gewachsen? Die bald 14-jährige Ich-Erzählerin scheint ein Gespür dafür zu haben,  dass die Heilpflanze Gundermann tatsächlich Erstarrtes wieder zum Fließen bringen kann. Genauer gesagt: Anton Gundermann – denn so lautet die selbstgewählte Adresse für ihre Briefe, in denen sie von ihren manchmal reichlich verknoteten Gedanken erzählt. Ganz behutsam. Nach und nach.

Zum Beispiel: Wie es sich anfühlt, Flasche genannt zu werden. Und warum es ihr lieber wäre, wenn sie ihr Flaschensammeln vor anderen verbergen könnte. Während sie aber in den Briefen an Anton Gundermann von ihrer Armut erzählt und vom Tod ihres Vaters, kommt tatsächlich etwas in Bewegung  –  auch das Schöne, das sie bei allem Kummer immer wieder zu entdecken weiß: Dazu gehört die Kinderbibliothek. Und ganz besonders Herr Heilig, der dort regelmäßig Geschichten vorliest. Überhaupt: Es ist die Kraft und Magie der Worte, die Flasche auf vielfältige Weise hilft, aus der belastenden Lebenssituation etwas Gutes entstehen zu lassen. Weiterlesen

Das orange Band. Nachdenken über die Hoffnung

Seit einigen Wochen ist Orange die Farbe der europaweiten Solidarität im Engagement für Menschenrechte und Seenotrettung. Solidarisch mit der europaweiten Bewegung https://seebruecke.org/ hatten viele Initiativen bereits am 4. August zum Aktionstag „Orange Day“ dazu aufgerufen, Farbe zu bekennen und für die kompromisslose Achtung der Menschenrechte deutliche Zeichen und Worte zu finden. Im Blick auf 68,5 Millionen Menschen die derzeit weltweit aufgrund von Kriegen, Verfolgung, Folter und Armut (u.a.) auf der Flucht sind, richtet sich der Protest gegen eine Blockade und Kriminalisierung von Seenotrettung, die dazu führt, dass die EU den Tod unzähliger Geflüchteter im Meer und an den Grenzen billigend in Kauf nimmt.

Neben der „Seebrücke“ haben sich weitere Initativen gebildet. So heißt es in der von Beatrice von Weizsäcker, Sven Giegold und Ansgar Gilster an die EU gestartete Petition zur Flüchtlingspolitik „Erst stirbt das Recht, dann der Mensch“, die inzwischen von mehr als 100.000 Menschen unterzeichnet worden ist:

 „Es ist völkerrechtswidrig, Menschen in Seenot nicht zu retten. Es ist unverantwortlich, Menschen monatelang in Lagern festzuhalten, andere Staaten für die Abwehr von Flüchtlingen zu bezahlen und gefährliche Herkunftsstaaten für sicher zu erklären. Diese Abschottung schreitet seit Jahren voran und höhlt das internationale und europäische Flüchtlingsrecht aus. Dabei wissen wir aus der Geschichte: Erst stirbt das Recht, dann stirbt der Mensch.

Diese Flüchtlingspolitik hat keine gute Zukunft. Diese Politik bedroht nicht nur die Flüchtlinge, sie setzt auch unsere eigene Humanität und Würde aufs Spiel. Die Kampagnen gegen jene, die sich für Flüchtlinge einsetzen – insbesondere die zivile Seenotrettung –, zeigen: Moral wird verunglimpft und Menschlichkeit kriminalisiert.“

Aus: https://sven-giegold.de/petition-fluechtlingspolitik/

Farbe bekennen – was bewirkt das?

 

Doch Farbe bekennen mit dem Orange der Seenotretter und -retterinnen als symbolisches Zeichen – reicht das? Was lässt sich dadurch verändern und bewirken?

Auch für die heute beginnende Protestwoche mit zahlreichen Aktionen, zu der die Initiative Seebrücke aufruft, wird erneut an das Orange als verbindendes Zeichen der Solidarität erinnert.

Für mich persönlich gehört das Engagement für Würde und Menschenrecht von Geflüchteten seit 2014 zum Alltag. Nahezu jeden Tag ganz konkret. Äußere Zeichen haben dabei bislang keine Rolle für mich gespielt. Weiterlesen