Über Susanne.brandt

Dipl.-Bibliothekarin, Rhythmikpädagogin (BWR), lebt in Flensburg

Praxis-Tipp: Geschichten erfinden mit der „Story Box“

Story Box, Foto: Susanne Brandt

In Schweden entdeckt – dabei kommt sie eigentlich aus England und kann sprachunabhängig überall in der Welt kreativ zum Einsatz kommen: Die „Story Box“! Diese besteht aus insgesamt 40 textfreien Bildszenen auf 20 beidseitig bedruckten großen stabilen Puzzleteilen. 2 Szenen werden als Anfang vorgeschlagen, 6 verschiedene Szenen könnten auf ganz unterschiedliche Weise ein Ende beschreiben – dazwischen bleibt alles der freien Fantasie überlassen. Vom Anfang bis zum Ende lässt sich eine immer wieder andere Auswahl von vielleicht 5 bis 8 Bildkarten mit wiederkehrenden Figuren beliebig aneinanderfügen – so, dass sich am Ende eine Geschichte dazu erzählen lässt. Eine wunderbare Beschäftigung für Jung und Alt – gut einsetzbar in Grundschulen, in Bibliotheken oder einfach in der Familie. Da passt der handliche Karton zum Beispiel auch  ins Reisegepäck für Urlaubs-Regentage. Weiterlesen

Farben, Steine, Zauberkugeln. Spielerisch vertraut werden mit der fremden Sprache

Viele beglückende menschliche Begegnungen prägten einen Weiterbildungstag für Lesepaten/-innen und Vorleser/-innen am gestrigen Samstag. Es ist beeindruckend und ermutigend zu erleben, wie engagiert so viele Ehrenamtliche daran mitwirken, Kindern beim Vertrautwerden mit Sprache und Lesen einfühlsam zur Seite zu stehen. Dabei geht es nicht vorrangig um Leseleistung, sondern vielmehr um emotionale und soziale Aspekte, die mit der wachsenden  Ausdruckskraft von Sprache verbunden sind – und die jedem Kind bei der Entwicklung seiner Persönlichkeit helfen können. Das ist eine nicht zu unterschätzende gesellschaftliche Aufgabe, verbunden mit einem hohen Verantwortungsbewusstsein und viel Empathie für Kinder aus aller Welt. Umso wichtiger bleibt es, dass die Ehrenamtlichen passende Weiterbildungsmöglichkeiten, Beratung und Austausch in Anspruch nehmen können. Sie leisten diese Arbeit freiwillig, aber keineswegs beliebig! Vielen von ihnen liegt die qualitative Weiterentwicklung und Nachhaltigkeit bei dem, was sie jede Woche für und mit Kindern tun, sehr am Herzen.

Dazu gab es nun am 17. Juni eine von mehreren Initiativen und Förderern unterstützte Gelegenheit:  Bereits zum 3. Mal veranstaltete der Mentor.Ring Hamburg e.V. in Hamburg einen großen Weiterbildungstag für ehrenamtlich tätige Lesepatinnen und -paten sowie Vorleserinnen und Vorleser.  Weit mehr als 2000 sind in Hamburger Schulen und Bibliotheken aktiv. Eine große Zahl von ihnen kann nun nach der Teilnahme an der vielfältig gestalteten Tagesveranstaltung von neuen  Praxisideen, Wissen und Handwerkszeug, aber auch vom Austausch mit anderen Engagierten und Fachleuten profitieren.

Infos zu Programm und Partnern: http://www.mentor-ring.org/images/downloads/Programmheft_Weiterbildungstag-2017_MV_final.pdf

In über 25 Workshops ging es dabei vor allem um folgende Themenbereiche: Weiterlesen

Rosentage

Ich mag den leisen Widerstand der wilden Rosen,
dass sie so unbeirrt im Alltag so viel Schönheit zeigen
und sich mit Anmut und Respekt zum Staub der Straße neigen,
sich einfach Raum erobern mitten in der Stadt,
nicht danach fragen, welchen Zweck das alles hat.

Ich mag den unverhofften Duft am frühen Morgen:
Nur für Sekunden, leicht und flüchtig im Vorübergehen,
kann mich ein Rosenwind lebendig wie ein Tanz umwehen
und all das Schwere wird verwandelt von dem Duft.
Nur für Sekunden liegt ein Wunder in der Luft.

Ich mag das Sommerkleid der Gärten und der Mauern:
Die weichen Blüten lehnen sanft am Rand der Regentonne,
die jungen Knospen haben Sehnsucht nach der Morgensonne.
Und ich genieße das – der Weg vor mir ist weit.
An solchen Rosentagen lasse ich mir Zeit

Susanne Brandt, im Juni 2017

…und zum Singen: Lied Rosentage

 

„Wir hatten Sternenaugen“. Poetische Erinnerungen an magische Momente

Cover Verlag Hanser

„Weißt du noch?“ von Zoran Drvenkar und Jutta Bauer – das ist so ein Buch, das man an seinem Schreibtisch im Büro aufschlägt und nach den ersten gelesenen Zeilen merkt: Das muss ich mir heute für den Feierabend mit nach Hause nehmen. Hier reicht es nicht, einen professionellen Lektorinnenblick ins Buch zu werfen, um es dann zügig nach den Regeln der bibliothekarischen Kunst zu bearbeiten. Dieses Buch will von der ersten bis zur letzten Zeile mit Muße gelesen werden. Und die Geschichten, die es dabei zu entdecken gibt, erzählen nicht nur von magischen Momenten – sie strahlen eine Magie aus, der man sich kaum entziehen kann.

„Weißt du noch…“ – so leiten die ersten Worte auf jeder Seite einen Blick zurück ein, zurück bis hin zu jenen Tagen, als ein Junge und ein Mädchen vor keinem Abenteuer zurückschreckten und mutig (und vor allem gemeinsam) so manche überraschende Begegnung mit Ziegen und Zwergen, Hunden und Kühen zu meistern wussten. Weiterlesen

Der Glückstopf. Eine Geschichte vom Warten, Wachsen und Wundern

Für frühsommerliche Kamishibai- und Leseförderseminare: eine Geschichte vom Warten, Wachsen und Wundern…

Garten im Juni, Foto: S. Brandt

„…Und als die Sonnenstrahlen schon die ersten Zeichen des Sommers in den Garten schickten, setzte sich die Frau vor die Tür auf eine Bank und schlief ein. Sie erwachte von einem süßen Duft, der ihr wie ein Wind um die Nase wehte: Da war sie von unzähligen Blumen umgeben, die ihren Garten in ein Blütenmeer verwandelt hatten. Die Würmer wühlten sich durch die Erde, um jeden Tag Neues daraus hervor wachsen zu lassen. Und über den Blumen tanzten Schmetterlinge, dass es eine Freude war, ihnen zuzusehen…“

Die ganze Textvorlage nach Motiven eines Volksmärchens zum freien Erzählen und Entfalten: Der Glückstopf

Eine komplette Nacherzählung mit methodisch ausgearbeiteten Ideen für die Kita-Praxis ist veröffentlicht in: Praxismappe „Dies und das…für Kinder ab 5 Jahren“, Kiga-Fachverlag, Bingen 2017