Septemberwege: Federn und Stein

Er lauscht auf das Surren der Flügel
deutet den Rhythmus
der reisenden Schwäne
der Kraniche, Bachstelzen
Enten und Gänse
mit feinem Gespür

auch das Knirschen vom Zahnrad
der Jahreslaufuhr
nimmt er wahr
in der Stille

ahnt wohl
was sich wandelt
am Himmel
auf Erden

hier unter den Sternen
noch offen
wohin

Susanne Brandt

Im Park von Schloss Tranekær auf Langeland hat sich – seit 1993 ausgerichtet von TICKON – Tranekær Internationales Center für Kunst und Natur – eine Kunstausstellung im Freien mit Werken von über 20 hochrangigen dänischen und internationalen Künstlern entwickelt. Und die Entwicklung nimmt kein Ende. Weil alles aus dem organischem Material des Ortes – Holz, Erde und Steinen – geschaffen und der Witterung ausgesetzt ist. Dadurch geschieht eine Verschmelzung mit der Natur und ihren verwandelnden wie zerstörerischen Kräften. Fünf Werke sind auf diese Weise bereits ganz in der Natur aufgegangen und nicht mehr von dieser zu unterscheiden. So kann man hier neben grosser Schönheit auch den Lebenszyklus in künstlerischer Form erleben.

Einer der beteiligten Künstler ist der Finne Jussi Heikkilä (geb. 1952). In große Steine auf einer Lichtung am Rand des Parks hat er die Konturen von verschiedenen Vögeln geschlagen, die erst durch das Miteinander von Sonne und Schatten in ihren Feinheiten sichtbar werden. Der Bezug zur Natur spielt auch in seinen anderen Skulpturen und Installationen eine zentrale Rolle. Er überträgt dabei seine Eindrücke aus Finnland – vom Meer wie hoch von den Bergen – in Gedanken und Farbnotationen und formt sie schließlich zu Kunstwerken.

In seinen Arbeiten nimmt Heikkilä Stellung zum Zustand unseres Planeten, vor allem zur Bedeutung der Vögel als Indikatoren für den Zustand der Umwelt und die Belastung der Ozeane. Viele seiner Werke orientieren sich an ihren Bewegungen – den langen Reisewegen im Frühling, Sommer, Herbst und Winter, die sich von einem Jahrhundert zum nächsten wiederholen.