Reise-Nachklänge: Der Gesang im Wind…

Notizen an einem Herbstabend:

Meine spätsommerliche Reise durch Regionen von Kroatien, Slowenien und Italien liegt nun schon viele Wochen zurück. Aber so viel klingt noch nach: Auf meinem Schreibtisch liegt das Bilderbuch “Tinotino, Tinotina, Tinotintintin” von Elisabetta Garilli und Emanuela Bussolati, das mich an den Besuch im Atelier von Elisabetta Garilli erinnert. Nur langsam –  nach und nach und Abend für Abend – mache ich mir die Bildseiten der musikalischen Reise, die darin beschrieben wird, vertraut.

Zu jeder Seite gibt es Musik – eingespielt vom Garilli Sound Project und frei im Netz aufzurufen. Und ein erster Zugang ist unabhängig vom Text möglich, wenn zu den Bildern einfach die Musik erklingt. Dann erzählen die Töne und die Farben ihre ganz eigene Geschichte, vielleicht ganz anders als das, was die italienischen Verse dazu beschreiben.

Aber auch die sind es wert, entschlüsselt zu werden – wenngleich es schwierig ist, zu den Reimen eine deutschsprachige Nachdichtung zu finden, die in ähnlicher Weise die Stimmung und Situation einfängt.

Ein Versuch zu Musikstück Nr. 14:

Das Spiel ist vorbei.

Tinotino – ganz leise

taucht ein in die Stille auf ganz neue Weise.

Mama fragt: „Was nun?“

Er sagt: „Nichts – lass mich lauschen:

Da singt was im Wind,

so ein Klingen und Rauschen.“

 

Nachdichtung: Susanne Brandt

Musik, Bildkunst und Poesie – das ist mir durch die Musik-Bilder-Bücher von Elisabetta Garilli deutlich geworden – können so wunderbar miteinander spielen, wenn jede Kunst für sich luftige Freiräume der Fantasie und Deutung um sich herum zulässt, in denen sich immer wieder neue assoziative Verbindungen ergeben. Die Bilder wie die Musik lassen einander Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten. Und der Text deckt die Eindrücke nicht zu, sondern trägt seinen eigenen Klang dazu bei.

Ein feines Gesamtkunstwerk – nicht nur für Kinder!