Sonntagsmomente: Von Himmelsguckern und Farbensucherinnen – Bootsgeschichte 2

– “Was braucht man, um ein großes Schiff zu bauen?”

– “Zunächst mal eine Leiter,  Hammer,  Nägel, und viele Leute natürlich.”

– “Wer findet Platz in so einem Schiff?”

– “Elefanten – und nicht zu vergessen: die winzig Kleinen – Ameisen und Marienkäfer.”

Dann plötzlich: Nach dem langen Regengrau ein bunter Bogen am Himmel – unfassbar?

Ja und nein. Denn indem wir sehr genau hinschauen und auf die Farben, Zeichen und Bilder um uns herum achten – über dem  Meer, am Himmel, im Regenbogen eben – fangen wir an, auch mitten unter uns immer wieder Neues zu entdecken und zu erfassen.

Kleine Bändchen als Erinnerung

Gut möglich, dass es schon jemandem aufgefallen ist: Es sind heute und vielleicht noch an den kommenden Tagen viele Kinder mit einem farbigen Bändchen am Handgelenk auf der Insel Föhr unterwegs. Die haben sich bei der Kirche mit Kindern den Regenbogen am Ende der Arche Noah Geschichte auf einem großen Bild genau angeschaut – und vielleicht ihre Lieblingsfarbe darin entdeckt. Und weil so viele da waren, die zum Glück ganz verschiedene Farben mögen, ist am Ende mit vielen Armen und Bändchen ein großer bunter Bogen entstanden. Hier und da leuchtet davon mit einzelnen Farben bestimmt noch etwas weiter…

Denn auch Noahs Geschichte findet ja mit dem letzten Satz keinen Abschluss, sondern endet mit einer Zusage für einen guten Neuanfang: “Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht.”

Das sollen die Menschen nicht vergessen. Schließlich geht es bei der Zusage ja darum, dass ein friedliches, gerechtes und achtsames Miteinander im Einklang mit der Schöpfung möglich bleibt – und das geht nur mit den Menschen und ihren Möglichkeiten, daran aktiv mitzuwirken.

Die Farben des Regenbogens lassen sich übrigens nicht allein an bunten Bändchen auf Föhr, sondern überall im Alltag in vielerlei Gestalt wiederfinden. Vielfältige Erinnerungszeichen – auch für Große.

Susanne Brandt