Sonntagsmomente: Rettender Mut – Bootsgeschichte 1

Fast 50 Kinder hockten eng beieinander auf dem roten Teppich in der Mitte des Friesendoms. In der Geschichte, die diesmal mit großen Bildtafeln im Erzähltheater zum Miterzählen einlud, ging es gleich mehrmals um rettenden Mut: Bei der Mutter, die fest darauf vertraut, dass es für ihren Sohn eine Überlebenschance gibt. Bei der großen Schwester des Babys, die ihren kleinen Bruder nicht aus den Augen lässt und so im richtigen Moment einen rettenden Hinweis geben kann. Und wohl auch bei der Königstochter und ihren Begleiterinnen, die dafür sorgen, dass der Junge gut aufwachsen kann – ganz anders als sich der König das mit einem  grausamen Plan eigentlich gedacht hatte.

Genau in der Mitte der Geschichte wurde die mutige und zugleich rettende Wendung für alle durch ein Symbol mit allen Sinnen erfahrbar: hundert Hände formten sich zu kleinen Körbchen, warmen Betten für das Kind, rettenden Booten auf dem Wasser…und die schaukelten zu der schwingenden Musik, die Birgit Wildeman dazu auf dem Klavier spielte, hin und her: “Ein Korb wird zum Bett, das Bett wird zum Boot. Es trägt auf dem Wasser, es trägt in der Not” – so wurde hier zum ersten Mal das Lied zur Geschichte angestimmt.

Am Ende füllte sich bei einer kleinen Bastelaktion der rote Teppich mit vielen kleinen Rettungsnestern aus Papier, die schließlich von den Kindern und Familien nach draußen getragen wurden.

Eine ermutigende Geste, finde ich – so alt und bis heute so dringend und aktuell von Bedeutung: Boote können Leben retten. Aber das schaffen sie nicht allein. Immer kommt dabei der rettende Mut von Menschen mit ins Spiel, ihr Vertrauen, ihr Glauben – mal offen, mal eher verborgen, still oder spektakulär, mit Worten und Taten, Widerstand und Leidenschaft.  Und mit Liebe. Immer wieder. Auch davon erzählt das Lied, das wir nach der Geschichte komplett gesungen haben:

https://oleak.de/bibellieder/wp-content/uploads/2018/09/02-EinKorbWirdZumBett20180921.pdf

Am nächsten Sonntag um 11.15 Uhr im Friesendom sind Kinder und Familien erneut dazu eingeladen – mit einer anderen Geschichte…

Susanne Brandt