Tanzende Töne und reisende Muscheln. Auf der Suche nach Verbundenheit in Musik, Rhythmus und Sprache

Was haben Muscheln und Ukulele, eine Flöte und das spanische Bilderbuch vom Seiltänzer miteinander zu tun? Sie gehören in meinen Rucksack, wenn es an diesem Wochenende bei den “Tontalenten” im Rahmen des Projekts “Musik und Vielfalt” darum geht, Musik als internationale Sprache und die Vielfalt der Verbindungen zwischen Musik und Sprache, Bewegung und Rhythmus gemeinsam auszuloten.

c abacVerlag / Cover: Africa Fanlo

Das Bilderbuch vom Seiltänzer habe ich mir für dieses erste Treffen ausgesucht, weil es auf so vielschichtige Weise von der Bedeutung eines roten Fadens erzählt, der sich durch die Zeit und die Welt ziehen kann, hin und wieder Knoten bildet und uns an die Balance erinnert, die es zu suchen gilt, wenn einem der Faden nicht entgleiten soll.

Davon erzählt das Buch mit wenigen Worten, mit starken Bildern – und eben diese lassen sich auch in Musik verwandeln, wenn die Flöte den Faden aufnimmt…

Die Muscheln gehören dazu, weil sie in vielfältiger Weise die Sprache der Weltmeere in sich tragen – wenn wir diese Meere nicht als Grenze, sondern als verbindendes Wasser verstehen. Dafür gilt es sich zu engagieren – und man kann dieser Hoffnung bei allem Ernst der aktuellen Situation auch eine spielerische Seite abgewinnen und dabei zu einem gemeinsamen Rhythmus finden…

Und schließlich die Ukulele – sie wird auf Reisen nicht zum Hindernis und erleichtert damit das spontane gemeinsame Musikmachen: “Wenn viele Sprachen dazu gehören, werden wir den Klang der Erde hören…” – so lässt sich frei und immer wieder anders variiert singen – und leben!

Susanne Brandt