The World is made of Stories – Bilderbuch einer Skandinavienreise

Rundreiseroute:
Über Hirtshals – Langesund nach Oslo, von dort quer durch Värmland/Mittelschweden zum Schärengarten südlich von Stockholm und am Vätternsee entlang zurück durch Smaland und Skane zur südlichen Westküste nach Trelleborg.

„The World is made of Stories“ – gleich zu Beginn unserer Rundreise sind mir die Gedanken des Astrup Fearnley zu seiner Sammlung für Moderne Kunst in Oslo begegnet und nicht wieder aus dem Sinn gegangen. Ist das so, habe ich mich gefragt. Und: Gilt das nur als Erfahrung auf Wegen durch die Welt der Kunst oder auch für die Wege, die wir als Reisende durch die Welt der Landschaften und der Orte mit ihren Menschen und Gedanken unternehmen?

Was er damit meint, beschreibt Fearnley sinngemäß übersetzt so:

A. Fearnley Museum Oslo, Foto: Susanne Brandt

Niemand kann die ganze Welt allein überblicken, wahrnehmen oder fassen. Wir alle lernen über die Welt durch andere, durch verschiedene Arten von Geschichten, die von den Medien oder von Einzelpersonen erzählt werden. Die Ausstellung „Die Welt ist aus Geschichten gemacht“ ist eine Konstellation von erzählerischen Werken, die private und öffentliche Geschichten erzählen. Viele Geschichten bilden zusammen eine mehrschichtige Erzählung, die sich auf verschiedene Zeiten, und Orte und Aspekte bezieht und durch verschiedene Stimmen und Ausdrucksmittel beschrieben wird, hier etwas sichtbar machen und dort neue Fragen aufwerfen.“

Alte Küche, Örebro, Foto: Susanne Brandt

Im weiteren Verlauf der Reise ist mir dieser Gedanke noch in einer anderen Variation begegnet: bei Selma Lagerlöf, die bei ihrer Auszeichnung mit dem Literaturnobelpreis dankbar verwiesen hat auf die vielen Geschichten, die ihr in den Küchen ihrer Kindheit erzählt worden sind und ihr eigenes Erzählen erst möglich gemacht haben.

Auch wenn die Tage einer Reise etwas anderes sind als Kunstwerke in einer Ausstellung oder Märchenstunden am Ofen, so gilt doch für die Entdeckungen und Begegnungen, die sich dabei anders und intensiver als im vertrauten Alltag ergeben, was Fearnley mit seiner Ausstellung zu beschreiben sucht:

Klosterruine am Vätternsee, Foto: S. Brandt

Das Andere und die Anderen – lebendig oder als Erinnerungsspuren – erzählen uns etwas, wenn wir reisen. Nicht immer durch das gesprochene Wort, sondern ebenso durch das, was mit der Wahrnehmung bislang nicht oder kaum bekannter Begebenheiten bei uns ausgelöst wird, Assoziationen und Gedanken in Bewegung bringt, Mehrschichtiges offenbart – Geschichten eben, die von den Ereignissen und Zeiten eines Landes in besonderer Weise geprägt sind.

Was ich dabei ebenso entdeckt habe: Es gibt so etwas wie rote Fäden in den Geschichten entlang der Reiseroute. So geht es immer wieder variiert um….
– Orte der Inspiration
– Sehsucht nach Frieden
– Wasser, Licht und Land
– Stille Verwandlung

Ich will an dieser Stelle nicht all diese Geschichten erzählen. Aber ich möchte mit den folgenden Impressionen und Notizen der Reise – sortiert nach den genannten Kapiteln – aufmerksam machen auf Orte, Landschaften und Menschen des Nordens, die für mich durch ihre Geschichten etwas sichtbar werden lassen – oder die neue Fragen aufwerfen und damit das Erzählen anregen:

Orte der Inspiration

 

Asgardstrand/Norwegen: Leuchtendes Haus am grünen Hang

Munch-Haus, Foto: Susanne Brandt

In dem kleinen Haus am Meer erlebte der Maler Edvard Munch Frieden, Freiheit und
Inspiration zum Malen. Hier fühlte er sich gut aufgenommen von den Bewohnern des Dorfes. Viele Erinnerungen von Zeitzeugen und manche Bilder erzählen von der entspannten und wohltuenden Stimmung der Menschen und der Natur an diesem Ort.

 

 

 

Fredrikstad/Norwegen: Warme Stube in einer kühlen Stadt

Literaturhaus Fredrikstad, Foto: Susanne Brandt

Die Stadt strahlt zumindest im neueren Teil wenig Atmosphäre aus – bemerkenswerte Ausnahme: das Literaturhaus mit seiner schönen Lage am Wasser und seinem Café, das den Menschen einfach Zeit lässt zum zwanglosen Verweilen, Lesen und Nachdenken. Und für alle, die Norwegisch verstehen, bieten die Regale eine große Auswahl an Literatur.

Örebro: Duft von Brot in der Dichterstube

Örebro, Jeremiashaus, Foto: Susanne Brandt

Die wieder aufgebauten alten Häuser im historischen Stadtteil mit Handwerks- und Wohnhöfen beherbergen nicht nur Werkstätten und kleine Läden, sondern auch die Schreibstube des vorwiegend mundartlichen Poeten und Liederdichters Jeremias i Tröstlösa (d.i. Levi Rickson), heute in einem Haus mit Backstube, von der aus der Geruch nach frischem Brot durch alle Ritzen kriecht. Ebenso hier zu erahnen sind die verschiedenen Facetten und Geschichten des ländlichen Lebens.

Am Omberg/Vätternsee leben: „Das wichtigste in einem Raum sind Leute, Blumen und Bücher“ (Ellen Key)

Omberg, Ellen Key Weg, Foto: Susanne Brandt

Wer durch das Naturreservat Omberg am Ostufer des Vätternsees wandert, stößt am Wegrand auf Texttafeln mit Zitaten der berühmten Pädagogin Ellen Key. Hier am Seeufer hat sie viele Jahre ihres Lebens verbracht. Ihr Haus am Hang mit dem großen Garten ist heute noch zu finden. Wenn einige ihrer reformpädagogischen Ansätze der Jahrhundertwende heute auch in mancher Hinsicht kritisch zu hinterfragen sind, so zeugen doch so manche Zitate vom Mut und von der Offenheit der Ellen Key in der Begegnung mit Menschen und neuen Gedanken.

Foto: Susanne Brandt

Durch größere Empfänglichkeit und Ehrfurcht vor der Persönlichkeit des anderen entdeckt man in ihm oft mehr, als man erwartet hat.“ (Ellen Key)

„Der Zweck des Lebens ist das Leben“ (Ellen Key)

„Das wichtigste in einem Raum sind Leute, Blumen und Bücher.“ (Ellen Key)

 

 

Wanas Konst in Skane: Natur und Kunst im lebendigen Miteinander

Wanas Konst ist ein Ort, für den man sich einen Tag Zeit lassen sollte. Das ausgedehnte Waldgelände beherbergt zahlreiche Kunstwerke in sich, die mit der Natur an ihrem Standort korrespdieren und eine Auseinandersetzung mit der Umwelt anregen. Anfassen, bewegen, begehen – alles das ist hier ausdrücklich erwünscht und oft Teil der künstlerischen Idee. Impressionen und Erfahrungen an diesem inspirierenden Ort bereichern den Reichtum an Geschichten dieser Region auf vielfältige Weise:

Melissa Martin „Dining Room“, Foto: Susanne Brandt

Wir sind Gäste
alle
überall
ohne Anspruch
auf einen Platz
am gedeckten Tisch,
nicht geladen,
um uns einzurichten
hinter Mauern
für immer.

Aber
immer willkommen,
um im Lebendigen Heimat zu finden,
wo Wind durch die Sorgen fährt
und die Sonne uns wärmt nach dem Winter.

Willkommen,
wir alle
unter dem Himmel,
der Licht, Wind und Wasser unfassbar verschenkt,
dass wir aufmerksam werden, erschrecken, uns freuen
und staunend erkennen,
was Freiheit heißt.

Susanne Brandt

Sehnsucht nach Frieden

 

Oslo/Jönköping: Dag Hammerskjold: Vermittler und Friedenssucher aus einer inneren Ruhe heraus

Facetten der Erinnerung an den ehemaligen UN-Generalsektretär, 1905 in Jönköpping geboren und 1961 durch einen Flugzeugabsturz ums Leben gekommen, begegnen einem in Skandinavien an unterschiedlichen Orten.

Besonders eindrücklich nicht nur zu seiner Bedeutung als Friedenssucher: die Ausstellung zum Friedensnobelpreis und zu aktuellen Fragen der Menschenrechte in Oslo

Bäume, Wasser und Wolken, Foto: Susanne Brandt

Über die Einfachheit, Tagebuch 4.8.1959
Einfachheit heißt sehen, urteilen und handeln von dem Punkt her, in welchem wir in uns selber ruhen. Wie vieles fällt da weg! Und wie fällt alles andere in die rechte Lage!
Im Zentrum unseres Wesens ruhend, begegnen wir einer Welt, in der alles auf gleiche Art in sich ruht. Dadurch wird der Baum zu einem Mysterium, die Wolke zu einer Offenbarung und der Mensch zu einem Kosmos, dessen Reichtum wir nur in Bruchteilen erfassen.
Aus: Dag Hammarskjöld (1905 – 1961), Zeichen am Weg. Übertragen und eingeleitet von Anton Graf Knyphausen. (Orig.: Vägmärken. Albert Bonniers Förlag AB Schweden 11963)

Vadstena: Pax et Bonum – Friede und Wohlergehen für die Gäste der Pilgerherberge Vadstena

In der Kirche von Vadstena, Foto: S. Brandt

Vadstena, der Ort der Heiligen Birgitta, liegt an einem Pilgerweg.
Wandernden, die hier vorbei kommen, finden am Fenster neben dem Eingang die Worte: „Pax et Bonum“. Dieser Haussegen ist in vielen Ländern bekannt und verbindet sich mit vielen Geschichten: Er lässt sich im ersten Teil beziehen auf einen Vers bei Lukas: „Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als erstes: Friede diesem Haus.“ (Lk 10,5) Also: Nicht mit der Tür ins Haus fallen. Es geht beim Betreten des Hauses um den Frieden, den Schalom, den derjenige Mensch wünscht, der eintritt. Dieser Frieden meint zunächst vor allem Wohlwollen, das dem Gegenüber bedingungslos entgegen gebracht wird. Friede ist hier eine Haltung, die ich zu den Dingen einnehme, die mich in der neuen Umgebung erwarten.Dieses Wohlwollen erfährt nun durch den zweiten Segenswunsch, das Bonum, eine Vertiefung und Ausweitung. Ausdruck findet hier der Wunsch nach Ganzheit und Heilsein. Seinen Ursprung hat dieses Bonum bei dem Guten an sich, das Christen Gott nennen. Dieses Bonum ist sozusagen die Voraussetzung oder die umfassende Grundlage für das Vertrauen, Frieden wünschen zu können.

Mårbacka/Sunne: Selma  Lagerlöf und die Vision von einer Welt ohne Krieg

Marbacka, Foto: Susanne Brandt

Mårbacka war der Lebensmittelpunkt von Selma Lagerlöf: Hier wurde die Schriftstellerin 1858 geiboren, hier ist sie 1940 gestorben. Das Gut taucht in Selma Lagerlöfs Werk als Ort der Sicherheit und Ordnung auf, als Inbegriff für Glück und Geborgenheit. Eng verbunden mit diesem Ort der Vertrautheit und zugleich darüber hinaus schauend ist bei Selma Lagerlöf die Sehnsucht nach Frieden, zu der sie sich auch politisch äußerte. Sie gehörte mit Käthe Kollwitz zum Ehrenkommitee der „Internationalen Frauenkonferenz für Frieden und Freiheit“ und träumte von einer Welt, in der Krieg irgendwann überwunden wäre. Ihre Friedensvision ist mehr als eine humanitäre Idee. Sie lebt in der Hoffnung, dass Kriege und Töten unter Menschen irgendwann zu einem Tabu wird, das Menschen „mit Ekel erfüllt“, so dass sich niemand mehr in die Versuchung kommt, den Frieden aufs Spiel zu setzen.
Zu Lebzeiten war Mårbacka für Selma ein Ort, der ihr Frieden und Kraft schenkte für ihr Schreiben und ihr internationales Engagement – am Ende ihres Lebens auch für die Rettung der Dichterin Nelly Sachs vor den Nazis. Zugleich war der Hof aber auch ein Ort zum Arbeiten und Wirtschaften. Selma betrieb Landbau und Viehzucht mit großer Leidenschaft und setzte alles daran, den Hof mit 30 Mitarbeitern rentabel und verantwortungsvoll zu betreiben. Für einen einfachen Bauernhof hatte Mårbacka eine bewegte Geschichte: 1890 war Lagerlöfs Familie gezwungen, das Gut zu verkaufen, aber dank der schriftstellerischen Erfolge und des Nobelpreisgeldes konnte Selma das Haus und die Ländereien 1909 zurück erwerben. 1921-22 baute die Besitzerin das Haus zu seiner heutigen Form aus: als stattlichen „Herrenhof“ – oder besser gesagt „Frauenhof.

Wanas Konst/Skane: Imagine – Yoko Onos „Wunschbaum“

Yoko Ono: Wunschbaum. Foto: Susanne Bra

Im Wald der Kunst von Wanas: Nach einer Idee von Yoko Ono, die seit 1996 weltweit Verbreitung gefunden hat, tragen Bäume der jeweiligen Region die Wünsche der Menschen: Wünsche nach Frieden und einem guten Miteinander mit seinen vielen Facetten. Mehr als eine  Million solcher Wünsche wurde seither im Memorial Imagine Peace Tower auf Island gesammelt.

Wasser, Licht und Land

 

Oslo: Tuputupu – Immer wieder neu Balance suchen in einer sich verändernden Welt

Oslo-Fjord, Foto: S. Brandt

Mit der Ausstellung „Kollaps“ im Kulturhistorischen Museum von Oslo werden die klimatischen und geografischen Veränderungen des Nordens seit der Eiszeit in Beziehung gesetzt zu den Anpassungsleistungen der Menschen auf den polynesischen Inseln und der Kosmologie ihrer Kultur, von der viele Mythen erzählen.
Ganz konkret zum Nachempfinden hat dazu der Künstler Filipe O. Tohi seine Tuputupu, quasi „polynesische Legos“ entwickelt: Bausteine, die nicht über feste Steckverbindungen funktionieren
sondern als symmetrische Pyramidensteine miteinander ausbalanciert werden müssen unter Berücksichtigung verschiedener Kräfte, um etwas Tragfähiges entstehen zu lassen – und jederzeit umgebaut werden können, wenn etwas ins Kippen kommt..

Schärengarten südlich von Stockholm: Von der Schönheit und Fragilität eines Lebensraumes

Balance im Schärengarten

In einzigartiger Weise erzählen die unbebauten Naturreservate im Schärengürtel an der schwedischen Ostküste mit ihren Bildern und Elementen der Natur davon, wie das Land von der Eiszeit geformt wurde, wie das Leben im und am Wasser aufeinander bezogen ist und in dieser Vielfalt nur bestehen kann, wenn das ökologische Gleichgewicht in der Ostsee nicht kippt. Das Natureum im Reservat ergänz manches davon durch anschauliche Informationen und Erzählungen über das Leben an der Küste zu verschiedenen Zeiten. Viele Einflüsse werden hier wirksam – und nicht nur in Schweden tragen Menschen dazu bei, diesen Lebensraum zu schützen oder zu gefährden.

Naturreservat Omberg: Eiszeitspuren und Ökologie des Waldes

Der Omberg ist eine der artenreichsten Waldlandschaften Schwedens und

Foto: Susanne Brandt

mit seiner einzigartigen Landschaftsform aus Klippen, Schluchten und Felsplateaus stark von der Eiszeit geprägt. Neben den geologischen und ökologischen Geschichten, die sich hier erzählen lassen, spielen die Naturkräfte auch in den Mythen und Märchen um die Sagengestalten Omma eine große Rolle. Auf dem Berg gibt es ein Mosaik aus Laubwäldern, Fichtenwäldern und Sumpfauwäldern. Besonders bemerkenswert und bedeutsam für das Ökosystem sind die Rieseneichen und Tothölzer, die hier in großer Menge vorhanden sind und mit zur enormen Artenvielfalt beitragen. Mit behutsamer Rücksichtnahme auf das ökologische Gleichgewicht wird das Gebiet aber auch forstwirtschaftlich und zur Naherholung genutzt.

Vitteryd/Smaland: Die Birken werfen Schatten in den Morgen

Smaland, Foto:
Susanne Brandt

Die Birken werfen Schatten in den Morgen –
lang ausgestreckt,
denn jeder Tag schenkt Zeit,
und was geschieht, das ist darin geborgen,
wird Wurzelwerk zum Wachsen,
zart und weit.
Sie wandeln sich im Rhythmus der Natur,
sind winterweich und durchlässig für Licht,
bewegen sich wie Tanzende so leicht,
verbergen die verletzten Äste nicht.

Susanne Brandt

Wanas Konst/Skane: Sissel Tolaas „Terra Maximus“ – neues Wachsen aus dem Vergangenen heraus

Foto:Susanne Brandt

Ein weiteres Beispiel für die Durchdringung von Kunst und Natur im Wald von Wanas:
Tolaas Skulptur hat mit trocknem, tot wirkendem Material vom Waldboden begonnen, das er auf eine Skulptur aus Glaskästen verteilte. Unter Einwirkung von Feuchtigkeit, Wärme und Licht mischt sich das Dunkel nun nach und nach mit frischem Grün und verwandelt so auch die Gestalt und Wirkung der Glasskulptur von Tag zu Tag.

Stille Verwandlung

 

Tosa /Schärenküste: Sonnensaiten

In Tosta/Schweden, Foto: Susanne Brandt

Mit Saiten aus Licht
und tanzenden Händen
kommt Klang in die Welt,
um leise zu wenden
das lange Erstarrte
in Schwingung und Spiel.
Ein Zupfen im Windhauch
verändert so viel.

Susanne Brandt

 

 

 

Oslo/Stockholm: Von den eigenwilligen Frauen auf den Bildern der Hanna Pauli

Hanna Pauli: Prinzessin,
Kunstmuseum Oslo,
Foto: Susanne Brandt

Durch ein Bild im Kunstmuseum von Oslo bin ich auf sie aufmerksam geworden: auf die jüdische Malerin Hanna Pauli (1864-1940) aus Schweden. Was auf ihren Bildern auffällt, sind die Geschichten von Mädchen und Frauen. Auch die Prinzessin, die auf dem Bild in Oslo zu sehen ist, erzählt etwas von dem, was Pauli in die Gesichter und Haltungen ihrer weiblichen Gestalten legt: eine gewisse Unabhängigkeit von Normen und Konventionen, ein Hauch Lässigkeit und zugleich eine gespannte Offenheit im Blick…

Mir kam dabei das skandinavische Märchen von der „Puppe aus Gras“ in den Sinn, das auch von einer solchen Eigenwilligkeit und Kraft der Veränderung im Widerstand gegen starre Konventionrn erzählt.

 

Karlstad: Denkmal für ein Schankmädchen mit Sonne im Gesicht

Eine Stadt besinnt sich auf die verwandelnde Kraft eines Lächelns. Auch dahinter steht

„Sonne von Karlstadt“
am Varnersee, Foto:
Susanne Brandt

eine Geschichte: Die Stadt Karlstad am Varnasee hat einem einfachen Schankmädchen aus dem 18. Jahrhundert, der Eva-Lisa Holtz, ein Denkmal gesetzt, weil sie – so ist durch Erzählungen überliefert – ein so strahlendes Lächeln hatte. „Sonne von Karlstad“ nennt man sie – sicher nicht ohne Hoffnung in einer Region, die nur wenige Monate im Jahr ausgiebig von der Sonne verwöhnt wird.

 

 

 

Vadstena/Vätternsee: Martin Lönnebo und seine Perlen des Lebens

Symbolisches in alten Kirchen am Vätternsee,
Foto: Susanne Brandt

Mit allen Sinnen die Gedanken bewegen und sammeln: Wer hier in der Region eine Kirche betritt, findet sie überall – die kleinen Armbänder mit den „Perlen des Lebens“.
Entwickelt wurden sie hier vor rund 20 Jahren von Bischof Martin Lönnebo. Als er 1995 aufgrund eines Sturmes mehrere Tage lang auf einer griechischen Insel festsaß, kam ihm beim Anblick der Fischer, die mit ihren Perlenketten spielten, die Idee dazu.
Nach Schweden zurückgekehrt, begann er damit, ein Perlenband nach diesem Vorbild herzustellen und damit zu beten. Bald verbreiteten sich die Perlen in ganz Schweden und anderswo. In der Region findet man auch Kerzenhalter und Kunstwerke, die daran anzuknüpfen scheinen.

Wanas Konst/Skane: Jacob Dahlgrens „Strukturen“ als Veränderung im Vertrauten

Foto: Susanne Brandt

Das Kunstwerk von Jacob Dahlgren im Wald von Wanas besteht allein aus  Wiederholungen des Winkels als eine elementare Grundform und zeigt mit diesem Minimalismus eine erstaunliche Veränderungskraft, die durch die Wiederholung des Elementaren aus immer wieder anderen Blickwinkeln entsteht. Es wird in der natürlichen Umgebung als Objekt erfahrbar, das auf eigentümliche Weise fremd und vertraut wirkt

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