Wenn Tiere aus den Geschichten springen

Zwischendurch mal wieder eine poetische Spielidee mit Bewegungen und Geräuschen für die Jüngsten, die sich drinnen wie draußen leicht umsetzen lassen – überall dort, wo Geschichten von Tieren vorgelesen oder erzählt werden:

Die Grundlage für den hier vorgestellten Text bildet eine Langfassung (erstmals veröffentlicht in „Lauschen und Lesen“ 2009), die immer wieder beliebig verkürzt oder ergänzt werden kann – je nachdem, welche Tiere dabei ihren „Auftritt“ bekommen sollen. Eine inhaltliche Anpassung an verschiedene Tierbilderbücher oder Tiergeschichten – wie z.B. „Otto, der Bücherbär“ –  ist also leicht möglich.

Wie auch immer – der möglichst frei gesprochene Text wird begleitet durch passend improvisierte Bewegungen und Geräusche, bei denen alle mitmachen können. Auch das Buch mit seinem klingenden festen Deckel kann dabei als „Rhythmusinstrument“ zum Einsatz kommen. Die in Klammern eingefügten Mitmach-Ideen zum Text sind als Vorschläge zu verstehen. Vielleicht fällt den Kindern auch etwas anderes ein, um den kleinen Text mit Händen, Fingern, Füßen „in Szene“ zu setzen.

Und los geht’s:

Wenn Tiere aus den Geschichten springen
Spieltext zum Mitmachen mit Bewegungen und Geräuschen

Ich frage mich manchmal:
Wie mag das klingen,
wenn Tiere aus den Geschichten springen?

Zuerst schlägt der Bär eine Seite um
und reckt und streckt sich mit Gebrumm.

(alle recken und strecken sich mit wohligem Brummen)

Dann rennt ein Pferd im wilden Galopp,
hopp hopp, hopp hopp, hopp hopp, hopp hopp,

(dazu im Pferdegalopp klopfen)

quer übers Buch und trifft an der Ecke
die still-vergnügte Bücherschnecke.
Die kommt, weil sie nicht anders kann,
ganz schnecklich langsam nur voran,

(kriechende Bewegungen mit den Fingern nachmachen)

so schleimig schleichend, kaum zu hören,
wird sie den frechen Floh kaum stören.
Der aber hüpft von seinem Platz,

(1 x in die Hände klatschen)

macht dabei mächtigen Rabatz
und pikt dem Bären in den Po.
Da brummt er wütend: „Ohoho!
Jetzt wird es wirklich Zeit zu gehn!“

Wo will er hin? Wir werden sehn!

Susanne Brandt

(frei variiert nach „Wenn Tiere aus den Geschichten springen“ aus: Susanne Brandt: Lauschen und Lesen. Hörerlebnisse in der Sprach- und Leseförderung von Kinderbibliotheken. Berlin, 2009)