Landschaften der Phantasie. Weitermalbilder (auch) für Kamishibai

Am 1. März 2008 berichtete die taz vom Konzept der Weitermalbilder im „Krickel-Krakel-Buch“ des Oetinger-Verlages, das inzwischen mit mehreren Folgebänden erschienen ist. Statt der üblichen Ausmalbilder regen hier halbfertige Zeichnungen von Figuren und Szenen die Kinder zum Malen an. Entstanden ist die Idee in Zusammenarbeit der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW). Verlagsfrau Sarah Haag war auf einer Jahresausstellung des Departments für Designer mit Bernd Mölk-Tassel, Professor für Illustration, ins Gespräch gekommen. Im folgenden halben Jahr erarbeitete er mit einer Projektgruppe aus vierzehn Studenten Themen und Kategorien für das Weitermalbuch und ging dabei vor allem nach didaktischen Gesichtspunkten vor. Wie viel Freiraum braucht ein Kind um kreativ zu werden? Welche Art der Linienführung wirkt besonders anregend auf die Phantasie? Gibt es Jungen- und Mädchenthemen? “Wir wollen unsere Freude am Schaffen weitergeben”, sagt Studentin Ann Cathrin Raab, die für die Covergestaltung zuständig war. Es geht den Initiatoren nicht darum, die nächste Künstlergeneration zu entdecken. “Kinder sind Kinder. Künstler sind Künstler”, sagt Mölk-Tassel. Im Vordergrund steht die Anregung der Phantasie und nicht zuletzt der Lust am Erfinden und Erzählen von Geschichten zu Bildern.

So auch bei der Idee, Weitermalbilder in Verbindung mit Kamishibais zu nutzen:

Für das neue Praxisbuch „Mein Kamishibai“ ist die Idee der Weitermalbilder zur Phantasieförderung wiederum aufgegriffen und mit den Möglichkeiten verschiedener Präsentationstechniken verbunden worden.

Online bietet der Don Bosco-Verlag kostenlose Downloadmaterialien zum Buch, die sich als kreative Malvorlage einfach in DIN A 3 ausdrucken, weitermalen und dann alsBilderfolge im Kamishibai einsetzen lassen. Und wenn dann das japanische Märchen vom Glöckchen dazu erzählt wird, kommt natürlich auch Musik mit ins Spiel. Farben und Töne, Bewegung und Sprache können so immer wieder neu miteinander korrespondieren, erfahren aber gleichzeitig durch das Kamishibai einen gewissen Halt und Mittelpunkt, um den sich die phantastischen Ausgestaltungen frei entfalten können.

Susanne Brandt