Zum Welttag des Buches: Gedankenfäden spinnen

Die Seele des Kindes ist ein Wald, in dem die Baumwipfel sich sanft wiegen, die Äste vermischen und die zitternden Blätter sich berühren. Manchmal streift ein Baum seinen Nachbarn oder spürt die Gegenwart von hundert oder tausend Bäumen. ” Janusz Korczak

Janusz Korczak (1878-1942) – Kinderarzt, Dichter, Pädagoge – öffnete sich achtsam für die vielen Sprachen des Lebens. Und immer spielten auch Bücher und Lesen dabei eine Rolle:

 

“Alle Kinder sind Dichter, denn ein Dichter – das ist ein Mensch, der starke Gefühle hat, der heftig liebt und sich heftig erzürnt, der ein starkes Wollen hat und ein starkes Nichtwollen.”

“Immer wenn du ein Buch aus der Hand legst und beginnst, den Faden eigener Gedanken zu spinnen, hat das Buch sein angestrebtes Ziel erreicht”.

“Es ist angenehm zu lesen, dass ein anderer ebenso denkt, ebenso fühlt, dass andere auch traurig sind, glauben, träumen und streben.”

Und von der Sprache des Waldes schrieb Janusz Korczak:

“Worüber reden die hohen Bäume mit dem Himmel, worüber raunen die jahrhundertealten Baumriesen, welches Lied singt dieser alte Wald? Am Himmel steht der Mond. Die Nacht ist hell. Und der Wald betört dich, lockt, verführt und zieht dich an. Geh hin, und du wirst alles sehen, wovon die Sagen und Legenden berichten, hab keine Angst vor mir, geh mutig hinein…Du wirst die Gemächer von Wahrheit, Leben, Glück, Güte sehen, du wirst sehen, was du noch nie gesehen hast, hören, was du noch nie gehört hast…”

Zum Weiterlesen:

Brandt, Susanne: Gedankenflüge ohne Illusion. Janusz Korczak als Impulsgeber für die dialogische Begegnung mit Kindern beim Lesen, Erzählen und Schreiben. Wetzlar, 2010